Gekürzte Übersetzung Grußwort von Malalai Joya für Kundgebung gegen Afghanistan-Krieg am 20. Februar 2010, Bebelplatz, Berlin
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich möchte Euch meinen Dank ausdrücken und alle herzlich grüßen, die heute hier versammelt sind, um ihre Stimme zu erheben gegen den sogenannten „Krieg gegen Terror“ in meinem leidgeplagten Afghanistan und gegen die Kriegstreiberei Eurer Regierung und die US-geführten Nato-Truppen in meinem Land.
Die USA und ihre Alliierten haben Afghanistan besetzt im Namen des „Krieges gegen den Terror“ aber sie terrorisieren heute selbst die afghanische Bevölkerung. Der „Krieg gegen den Terror“ ist nur eine Show während Afghanistan und die gesamte Region in Wirklichkeit sogar noch mehr zum sicheren Rückzugsgebiet für Terroristen gemacht wurde und nun neue Anstrengungen unternommen werden, um die brutalen Taliban in die Marionetten-Regierung von Hamid Karzai einzubinden.
Die deutsche Regierung unterstützt in meinem Land ein Marionetten-Regime, das aus lauter Feinden der afghanischen Bevölkerung besteht und das in schlimmste Kriegsverbrechen, Drogenhandel und Korruption verwickelt ist.
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Ich denke, die Politik der Obama-Administration in Afghanistan unterscheidet sich nicht von der eines George Bush, im Gegenteil, sie ist sogar noch gefährlicher und verheerender für mein Land, weil immer noch mehr Truppen geschickt werden, und dadurch noch mehr unschuldige Menschen getötet werden.
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Liebe Freunde,
ich werde nicht müde zu wiederholen, daß keine Nation eine andere Nation „befreien“ kann. …Deshalbfordern wir Afghaninnen und Afghanen, den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan, weil sie das Leben für uns noch komplizierter und leidvoller machen. Eine Truppenaufstockung in Afghanistan entspricht nicht dem Willen der afghanischen Bevölkerung und wir sagen Nein zu noch mehr Truppen!
Wir sind froh, dass während die westlichen Regierungen uns bombardieren, gleichzeitig friedlich gesinnte Menschen in diesen Ländern solidarisch sind mit uns und ihre Stimme gegen die Politik ihrer Regierungen erheben.
Wir sind sehr beeindruckt von der weltweiten Antikriegs-Bewegung. Die Solidarität von progressiven und friedensliebenden Kräften in Deutschland gibt uns Mut und Kraft, um für Gerechtigkeit und eine wirkliche Demokratie in unserem Land zu kämpfen.
Bitte macht weiter mit Euren Antikriegs-Aktivitäten. Demokratische Kräfte in meinem Land brauchen dringend Eure Unterstützung, denn sie könnten eine wirkliche Alternative sein für eine positive Entwicklung in meinem Land, aber die USA und die Nato versuchen diese systematisch zu schwächen.
Lang lebe die Freundschaft zwischen demokratisch gesinnten Menschen in Deutschland und Afghanistan!
Weder Besatzung noch Fundamentalismus – für ein freies und demokratisches Afghanistan!
Lasst und gemeinsam die Welt retten vor Kriegstreibern und Terroristen!