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Posts mit dem Tag ‘Antifa’

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Keine Auslandseinsätze!

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Keine Auslandseinsätze!
Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum Antikriegstag

Waffen schaffen keinen Frieden, keine Demokratie, keine Sicherheit und keine Gerechtigkeit.

Die Menschen in Afghanistan erfahren das jeden Tag. Der dortige Krieg ist mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen. Lange geheim gehaltene Papiere belegen, wie schmutzig er ist und wie viele zivile Opfer er bereits gefordert hat. Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen.

Wir fordern deswegen mit allem Nachdruck, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dazu gehört dringend die Unterstützung der afghanischen Frauen sowie der ländlichen Bevölkerung. Frauen und Kinder brauchen Schutz, die Landbevölkerung nachhaltige Alternativen zum immer noch viel zu gewinnträchtigen Mohnanbau.

Wir fordern Regierung und Parteien auf, den Umbau der Bundeswehr zur weltweit aktiven Interventionsarmee zu stoppen und an der Wehrpflicht festzuhalten. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ erhalten werden kann. Eine faktische Abschaffung der Wehrpflicht ohne breite gesellschaftliche Debatte lehnen wir entschieden ab.

Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an. Iran, Irak, Gazastreifen, Liberia, Sudan, Elfenbeinküste, Nigeria, Tadschikistan, Nordkaukasus, Nordkorea, Kolumbien, Mexiko sind nur einige der Brennpunkte. Konflikte, Krisen und Kriege werden nur vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand in und zwischen Staaten gerechter wird. Die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise hat die Ungleichheit weiter verschärft. Eine ganze Generation ist um ihre Zukunft gebracht.

Die Weltwirtschaftskrise hat auch die Ernährungskrise weiter verschärft, weil mancherorts ausländische Direktinvestitionen geringer wurden oder ganz wegfielen oder wegen der geschrumpften Budgets der Entwicklungszusammenarbeit und des Handels.

Armuts-, Ernährungs- und Klimakrise sind ungelöst und werden immer mehr Kriege um Ressourcen und mithin mehr Elend nach sich ziehen. Nur Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt, gerechte Verteilung und Gewerkschaftsrechte können dauerhaften Frieden schaffen. Sie sind die Grundlagen für eine friedlichere Welt und eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Sie ist ferner denn je.

Bei der Abrüstung hat es auch gute Nachrichten gegeben. Ein Erfolg ist das Abkommen zum Verbot von Streubomben, die zu besonders verheerenden zivilen Opfern führen. Es ist vor wenigen Wochen in Kraft getreten. Und wenn die Staatengemeinschaft das Projekt „Kernwaffenfreie Zone Nahost“ auf ihre Agenda gesetzt hat, ist das nur zu begrüßen – schließlich ist diese Region besonders konfliktreich. Somit bleibt unsere alte Forderung: Frieden schaffen ohne Waffen! Denn die Gefahr durch die Verbreitung von Atomwaffen ist nicht gebannt. Iran und Nordkorea setzen ungeachtet aller internationalen Appelle und Sanktionen ihre Aufrüstungsprogramme fort. Schließlich fordern wir die Bundesregierung auf, endlich den Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland herbeizuführen.

Nach den Erfahrungen von Krieg und Faschismus fordert der DGB mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD. Denn die Nazis werden immer perfider, ihre Tarnung wird besser, die Gerichte verbieten ihre Veranstaltungen nicht. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land!

Quelle: Website des DGB, 24. August 2010; www.dgb.de

Aufruf : Kundgebung für die durch Thilo Sarrazin Diskriminierten, Stigmatisierten und Kriminalisierten!

Protest gegen Sarrazin-Pamphlet!

(ergänzend zu: http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/2010/08/25/pm-kein-podium-fuer-geistigebrandstifter-
im-haus-der-bundespressekonferenz/
):

Ort: vor dem Haus der Bundespressekonferenz
Zeit: 30. August 2010, 10.00 Uhr
Grund: Pressekonferenz mit Buchvorstellung von Thilo Sarrazin

„Nicht Proteste verschaffen dem Buch Aufmerksamkeit und Verkaufszahlen, sondern diese waren schon vorher garantiert!

Warum?

Weil sie breit vorhandene Vorurteile und Ressentiments bedienen und diese mit Hilfe pseudowissenschaftlicher Statistiken/ Zahlen untermauern helfen.

Rassismus lässt sich in allen Parteien sowie Strukturen finden und Alltagsrassismus ist kein Einzelphänomen. Zusammen mit dem institutionellen Rassismus bilden sie den idealen Nährboden für
optimale Verkaufserfolge.“

Wir fordern:

Rassismus und Sozialdarwinismus darf nicht weiter hinter einer „Meinungsfreiheitsdebatte“ versteckt werden!

Schätzungsweise 6% unserer Bevölkerung sollen als Sündenböcke für ein angebliches „Aussterben der Deutschen“ sowie für Fehlentwicklungen in diesem Land herhalten und zugleich für ihre soziale Situation selbst verantwortlich gemacht werden. Das ist eine bewusste Verkehrung der gesellschaftlichen Realität im Land. Dabei ist das „Problem“ Sarrazin nur die Spitze eines Eisberges. Viele fühlen sich offenbar nach dem Motto ermutigt: „Endlich spricht mal einer die Wahrheit aus“ oder „Alles ist durch Meinungsfreiheit abgedeckt“. Sie meinen so, ihre Ressentiments und Vorurteile äußern und ausleben zu können. Die scheinbare Unfähigkeit und Tatenlosigkeit einiger verantwortlicher Politiker_innen gegenüber Sarrazins verbalen Entgleisungen in den letzten Jahren, eingeschlossen jene Politiker_innen, die dazu in der rechten „Jungen Freiheit“ referieren, dürfte eine der Ursachen für diese Ermutigung sein.

Auch einige von denjenigen, die sich heute am lautesten über Sarrazin aufregen, sind selber für Sozialabbau, Armut, Ausgrenzung und fehlende Chancengleichheit mit verantwortlich oder haben das unterstützt. Ihre Unmutsbezeugungen gegen Sarrazin erscheinen so lange als unglaubwürdig, wie sie nur als Ablenkung vom eigenen Versagen wahrgenommen werden.

Wir sind nicht nur der Meinung, dass nur die Form und Ausdrucksweise von Thilo Sarrazins Äußerungen bzw. Veröffentlichungen schlechthin menschenverachtend und diskriminierend sind. Wir sind der Meinung, dass sie zugleich eine Mischung von statistisch verbrämten Halbwahrheiten, Vorurteilen, Unterstellungen und unzulässigen Verallgemeinerungen darstellen, charakteristisch für Rechtspopulismus.
Weder das Haus der Bundespressekonferenz noch das Internationale Literaturfestival (ILF) sollten sich dem Namen und dem Selbstverständnis nach als Podium für pseudowissenschaftlich begründete rassistische und sozialdarwinistische Werke hergeben. Wer die „wirklichen Rechten sind, die dieses Thema sonst übernehmen könnten“ und vor denen Necla Kelek (Moderatorin der Buchpräsentation am Montag) warnt, bleibt genauso offen, wie die Frage, wie Sarrazins „genetisch minderwertige und unnütze“ Muslim_innen seine Forderung nach mehr Verantwortungsübernahme erfüllen sollen, die sie erkannt zu
haben glaubt(ZDF heute, 26. 08.2010). Auch eine auf öffentlichen Druck erfolgte nachträgliche Legitimierung der Buchpräsentation beim ILF über die Erweiterung des Podiums um eine(n) Kritiker_in
klingt kaum glaubhaft. Ohne Distanzierung diskreditiert jedenfalls die Anwesenheit Sarrazins eine Reihe namhafter Autor_innen. Eine Aufwertung von Sarrazins Pamphlet dürfte ohnehin bereits erreicht sein.
Wir wollen nicht nur über Thilo Sarrazin reden oder ihm mit dem Finger drohen – wie andere seit Jahren ohne Konsequenzen zu ziehen – wir handeln! Anders als Thilo Sarrazin und andere rassistische Hetzer
nennen wir das eigentliche Problem beim Namen – es ist rassistische Ausgrenzung von Minderheiten!

Wir gehen auf die Straße!

Für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen unabhängig von konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder der Lebensweise!

Gegen Rassist_innen, Rechtspopulist_innen und Nazis! Wehret den Anfängen!

Dokumentartheater Berlin: OST-Arbeiter am 12.08.2010

OST-Arbeiter

aufgeführt am Donnerstag, 12. August 2010, 20:00 Uhr (Einlass 19:50 Uhr)

im Dokumentartheater Berlin
Bunker A, Blochplatz, Badstr. / Ecke Hochstr. (nahe Gesundbrunnen-Center)

Eintritt 12,- € / ermäßigt 9,- €

Das Dokumentationsstück vergegenwärtigt Erfahrungen, die Zwangsarbeiter/innen während des Zweiten Weltkrieges in Berlin durchlitten haben. Dafür vermitteln die einstigen ausgedehnten Luftschutzbunker im dicht bewohnten Stadtteil Wedding, als Bühne und Zuschauerraum zugleich, dem dramatischen Geschehen
eine überraschende Authentizität. Einmaligkeit gewinnt der Theaterabend aber durch das Ensemble der Darstellenden: Jugendliche aus einst von der faschistischen Wehrmacht besetzten Ländern, aus denen die Zwangsarbeiter rekrutiert wurden – Frankreich, Serbien, Tschechien, Slowenien, Russland.

Die jungen Menschen nehmen teil an einem internationalen Workcamp des ökumenischen Zentrums Hendrik-Kraemer-Haus, in Zusammenarbeit mit dem Service Civil International. Das Camp steht in der Tradition einer jahrzehntelangen Bemühung der ökumenischen Einrichtung jungen Menschen in Berlin, im Zentrum der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, Geschichte nahe zu bringen und mit ihnen zu reflektieren. Vor der Einübung des Theaterstückes werden die Teilnehmenden im Dokumentations-zentrum NS-Zwangsarbeit im Luftschutzkeller einer der im ursprünglichen Zustand erhaltenen Baracken unter wissenschaftlicher Anleitung originale Inschriften der Gefangenen, in der Angst der Bombennächte auf die Wände gekritzelt, entziffern und
dokumentieren. Es ist dies eine denkmalpflegerische Aufgabe von hoher Dringlichkeit. Die jungen Menschen werden sich also in doppelter Weise der Erinnerung an ein finsteres Kapitel im Schicksal der Generation ihrer
Großeltern aussetzen.

Wir wollen sie dabei begleiten, und wir laden Sie herzlich ein, durch Ihren Besuch der Aufführung den Jugendlichen Anerkennung und Respekt für ihr Engagement zu bezeugen. Es wird gewiss eine für Sie selbst bewegende und bereichernde Erfahrung sein.

Mit freundlichem Gruß,

Rona Röthig, Projektleiterin vom Hendrik-Kraemer-Haus
Daniela Geppert, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dokumentationszentrum
NS-Zwangsarbeit
Marina Schubarth, Regisseurin am dokumentartheater berlin

Linke bleibt im Bündnis

Misslungen ist ein Versuch von CDU und FDP in Möchengladbach, die
Linke aus einem lokalen Bündnis gegen Rechtsextremismus herauszudrängen. Die Konservativen und Liberalen beriefen sich auf vermeintlich linksextremistische Tendenzen in der Linkspartei und die Tatsache, dass der NRW-Landesverband der Linkspartei vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Wie Bernhard Clasen, Ratsherr der Linken in Mönchengladbach, schreibt, ist der CDU/FDP-Versuch jedoch am Widerstand von Vertretern von SPD, Günen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Guppen gescheitert. Unter anderem wollte man die Linke auffordern, eine Thüringer Erklärung zu unterschreiben – gemeint ist offenbar ein Papier, auf das sich Linke, SPD und Grüne im Zuge der letztlich gescheiterten Sondierungsgespräche nach der Landtagswahl 2009 schon geeinigt hatten und in dem es um eine kritische Bewertung der DDR geht. Über dieses Thema, schreibt Clasen, könne man diskutieren; er sehe jedoch nicht ein, dass er “einseitig irgendeine Erklärung aus einem anderen Bundesland” unterschreiben solle. Vorerst, meint er, sei der Angriff von CDU und FDP abgewendet, aber mit einer Neuauflage beim nächsten Wahlkampf sei zu rechnen. Bereits im März war die Linke im sächsischen Limbach-Oberfrohna auf Betreiben der CDU aus einem Bündnis für Toleranz ausgeschlossen worden – gleichzeitig mit dem NPD-Vertreter. (wh)

“Putzaktion gegen braunen Dreck und Gestank”

Liebe Bündnispartner_innen, Unterstützer_innen und Teilnehmer_innen der Proteste am 17. Juli vor
dem Rathaus Schöneberg,

Zum heutigen Tag, dem 19. Juli ab 09.00 Uhr hatte der Integrationszentrum Harmonie e.V. am
Samstag auf der Kundgebung gemeinsam mit anderen Vereinen und dem Bündnis zu einer
Putzaktion im und um das Rathaus Schöneberg aufgerufen. Ziel war die symbolische Beseitigung des
zurückgelassen „braunen Drecks und Gestanks“ durch die selbsternannte Bürgerbewegung Pro
Deutschland. Bedauerlicher Weise hat der derzeitig den Bürgermeister vertretende Stadtrat Bernd
Krömer (CDU) nach der untersagten Veranstaltung des Bündnisses, dass auf Einladung der SPDFraktion
in der BVV am Samstag im Rathaus stattfinden sollte, auch den Zutritt zum BVV-Saal für
diese symbolische Putzaktion blockiert. Wir kritisieren das erneut für uns politisch fragwürdige
Agieren des Stadtrates und sehen darin eine deutliche Entsolidarisierung vom Anliegen des
Bündnisses.

Nach den erfolgreichen Blockaden in Dresden und am 1. Mai in Berlin ist es den Berliner_innen zum
wiederholten Male gelungen, einen deutlich sichtbaren Protest gegen Nazis und Rassist_innen auf
die Straße zu tragen. Das Bündnis dankt allen Mitorganisator_innen und Unterstützer_innen sowie
den insgesamt ca. 2500 Berliner_innen, die sich von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr den ca. 50
Teilnehmer_innen des Bundesparteitages der rassistsichen Organisation Pro Deutschland rund um
das Rathaus Schöneberg entgegen gestellt haben. Ihr wart einfach großartig! Ausdrücklich Danke
auch an die Musikgruppen, die sich mit ihrem unbezahlten und unbezahlbaren Engagement dem
Anliegen verbunden zeigten und natürlich an unsere super Moderator_innen, allen voran Serpil Pak.
Nur das Zusammenwirken aller hat ermöglicht, dass der Bundesparteitag von Pro Deutschland mit
Verspätung und reduzierter Teilnehmer_innenzahl stattfinden konnte. Eine gute Ausgangsposition
also für das Bündnis den Widerstand gegen den Einzug von Pro Berlin 2011 in das Parlament
wirkungsvoll fortzusetzen.

Erheblich Vorwürfe richten wir gegen die massive Behinderungstaktik und unverhältnismäßige
Gewaltanwendung durch die Polizei sowie die dafür Verantwortlichen.

Schon zu Beginn der Veranstaltung zeigte sich die Einsatzleitung der Polizei kompromisslos. Einigten
sich die Veranstalter_innen noch bei den Kooperationsgesprächen mit der Polizei, an denen nur der
Abschnitt 42 ein Interesse zu haben schien und anwesend war, auf die Formalien ohne Festlegung
weiterer Auflagen – folgten diese dann unangekündigt und massiv direkt mit Beginn der
Veranstaltung vom Einsatzleiter vor Ort – verbunden mit der Androhung einer Strafanzeige bei
Nichteinhaltung. Auch der scheinbare Wechsel der Verantwortlichkeiten vom Abschnitt 42 auf einen
Einsatzleiter namens Herr Mey(i)er wurde weder angekündigt, noch kommuniziert. Offensichtlich
war dies Ergebnis der in den letzten Tagen zunehmenden Unterstützungsaufrufe weiterer
Organisationen wie dem DGB. Leider sorgte dies von Anfang an für eine unnötige Spannung vor Ort
und die schon mehrfach gestellte Frage, ob durch Kooperationsgespräche lediglich Einschränkungen
der Versammlungsfreiheit durch Auflagen einen demokratischen Anstrich erhalten und dem
Abschöpfen von Informationen durch die Polizei dienen sollen.

Von einer friedlich „ausgestreckten Hand“ der Einsatzkräfte war genau so wenig zu spüren, wie von
einer einheitlichen Strategie und Handlungsweise vor Ort. Scheinbar selektive, nicht angekündigte
überzogene Vorkontrollen mitten in der Veranstaltung, unsensible Polizeibeamt_innen mitten
zwischen den Trödelmarktkunden oder unhöfliche teils hämische bzw. gar keine Antworten auf
Anfragen an Beamte waren an der Tagesordnung.

Weiterhin wurden die Veranstaltungen außer der vor dem Rathaus, eigenmächtig und ohne
Absprachen mit den Verantsalter_innen aber mit Verweis auf dieselben durch Polizeibeamte
beendet und erst auf Nachfrage wieder zugelassen. Vorher versuchten Einsatzkräfte den Weg für ca.
10 Teilnehmer_innen des Bundesparteitages gegen mehrere hundert friedlich sitzende und stehende
Protestierende in der Salzburger Straße freizuprügeln. Schläge ins Gesicht, Schmerzgriffe sowie
gezielter Peffersprayeinsatz waren keine Einzelfälle. Hier stellt sich nicht zum ersten Mal die Frage,
ob Einsatzkräfte und deren Verantwortliche Verletzungen bei Gegendemonstrant_innen billigend in
Kauf nehmen, obwohl von Anfang an keinerlei Aussicht auf Erfolg für diese Polizeiaktion bestand.
Letztendlich wurden die Pro-Deutschland-Anhänger_innen und das ist mindestens genauso kritisch
zu hinterfragen, per „Taxitransport“ durch einen Einsatzwagen der Polizei vor das Rathaus
transportiert.

Eine andere Gruppe von Pro Deutschland-Anhänger_innen soll Hinweisen zufolge von Einsatzkräften
der Polizei durch den Eingang zum Standesamt geschleust worden sein. Das würde erklären, warum
unbeteiligte Brautpaare und Hochzeitsgäste, die nicht eindeutig von Pro Deutschland-
Anhänger_innen zu unterscheiden waren, versehentlich verbal von Protestierenden angegriffen
wurden. Dieser Umstand sollte aufgeklärt werden, da solch eine Taktik der Polizei nicht
nachvollziehbar wäre. Die Benutzung von Brautpaaren und ihren Hochzeitsgästen als Deckungsmasse
und ihre damit verbundene Gefährdung, halten wir für untragbar. Wir entschuldigen uns gegenüber
diesen Brautpaaren und ihren Hochzeitsgästen für diese versehentlichen Verwechslungen und
wünschen Ihnen stattdessen viel Glück auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg.

Unerwähnt sollten aber auch nicht die Festnahmen wegen Aufrufens zu einer Straftat bleiben. Immer
wieder werden Personen, weil sie zu friedlichen Sitzblockaden aufrufen, kriminalisiert und
festgenommen. Wir verweisen noch einmal darauf, dass Blockieren unser Recht und keinesfalls eine
Straftat darstellt. Unsere Solidarität gehört daher den Festgenommenen Und Verletzten.
Wir würden uns freuen, wenn die im Bündnis vertretenen Parteien entsprechende Anfragen an die
zuständigen Stellen des Innenministeriums sowie des Rathauses Schöneberg stellen würden.

Bündnis gegen den Parteitag von „Pro-Deutschland“ erfolgreich

Bündnis gegen den Parteitag von
„Pro-Deutschland“

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Pressemitteilung

Aufgrund der Entschlossenheit der Proteste von bis zu 2.500 antifaschistischen Bürgerinnen und Bürgern gelangten lediglich etwa 50 Anhänger von „Pro-Deutschland“ in ihren Versammlungsraum im Rathaus-Schöneberg. Durch wiederholte Blockaden wurde der Ablauf so verzögert, dass bereits eine große Anzahl von Pro-Deutschland-Mitgliedern den Parteitag frühzeitig wieder verließ.

„Es war ein harter Kampf heute”,so Dirk Stegemann, der Sprecher des Bündnisses. “Mein Dank gilt allen Protestierenden, die sich heute über einen so langen Zeitraum entschlossen den Rassistinnen und Rassisten von Pro Deutschland entgegen gestellt haben und sich trotz der teils massiven Gewalt durch die Polizeibeamten nicht haben einschüchtern lassen.“

Der Tag begann vielversprechend und ließ hoffen, dass der Bundesparteitag gänzlich verhindert werden könne. Bereits um 13.30 Uhr formierte sich die erste Sitzblockade in der Salzburger Straße /Badensche Straße, als ca. zehn Mitglieder von „Pro Deutschland“ geschützt durch Polizeibeamte aus einem nahegelegenen Cafe ins Rathaus gebracht werden sollten. Die Polizei versuchte die Blockade erfolglos durch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt zu räumen. Bei dieser Polizeiaktion wurde auch der Sprecher des Bündnisses durch den gezielten Einsatz von Pfefferspray in die Augen aus kürzester Distanz im Gesicht verletzt. Ein Vorstandsmitglied des türkischen schwul-lesbischen
Vereins Gladt e.V. wurde in den Bauchraum getreten und erlitt dabei Prellungen.

Nachdem die Polizei den Weg für die Mitglieder von Pro Deutschland nicht freigeprügelt bekam, mussten diese letztlich in einem Einsatzwagen zum Veranstaltungsort oder andere durch einen Nebeneingang, dem Zugang zum Standesamt gebracht werden. Auf diesem Wege flüchteten sie nach Ende der Veranstaltung auch wieder.

NaturFreunde bei der Demo gegen "Pro Deutschland" (kapa-foto)

Im Verlauf folgten weitere Blockaden vor den vier Eingängen des Rathauses. Der zivile Ungehorsam konnte aber nicht verhindern, dass schließlich doch etwa dreißig weitere Anhänger_innen von Pro Deutschland in den Versammlungsraum gelangten, da die Polizei diesen immer wieder mit brachialer Gewalt den Weg frei räumte. Trotzallem begann der Bundesparteitag in Anwesenheit des Vorsitzenden Markus Rohs, Lars Seidensticker und Patrick Brinkmann wegen dieser Proteste mit großer Verspätung.

Wie schon bei ähnlichen Kundgebungen zur Verhinderung von Naziveranstaltungen wurden auch hier Personen wegen des Aufrufes zu friedlichen Blockaden von der Polizei rigoros festgenommen. So auch das Mitglied des Landesvorstandes der Berliner VVN-BdA, Markus Tervooren. Ihnen und den zahlreichen Verletzten gehört unsere Solidarität.

Der stellv. Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin fordert zum Widerstand gegen rassitische Politik und Parteien auf. (kappa-foto)

Der stellv. Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin fordert zum Widerstand gegen rassistische Politik und rassistische Parteien auf. (kappa-foto)

„Der Polizeieinsatz heute wird auch noch ein juristisches Nachspiel haben”“, so eine
Mitorganisatorin.

Im Laufe des Tages wurden ca. 5-6 Personen festgenommen. Drei davon befanden sich zur Zeit des Verfassens der Pressemitteilung wieder auf freiem Fuß. Zur Zahl der Verletzten
lagen noch keine Informationen vor.

Wir werden uns aber auch nicht von der Polizei davon abhalten lassen, uns Pro Deutschland und seinen rassistischen Ablegern weiterhin entgegenzustellen.

Freie Nationalisten Berlin-Mitte stoppen!

Seit einiger Zeit versucht eine Gruppe von ca. 15 Freien Nationalisten im Berliner Wedding Aktivitäten zu entwickeln. Hier eine kleine Chronik.

Chronik

26./27. März 2010 – Wedding
Die schriftzüge „Game over Antifa” und „9mm“ werden an das Wohnprojekt „Groni 50“ gesprüht.

24./25. Februar 2010 – Wedding
Zwei vermummte Personen werfen die Schaufenster des linken Nachbarschaftsprojektes „Scherer 8“ ein.

27. März 2010 – Neuruppin

Teile der KS nehmen an einer von den „Freien Kräfte Neuruppin“ organisierten Nazidemo teil.

17. April 2010 – Wedding

Eine Gruppe von Neonazis klebt (NPD-Pankow-Sticker), sprüht („NS JETZT“, „SUICID GEGEN RECHTS“, „Linkes Gezetter, 9mm“ – beide Fehler im Original, usw.) und plakatiert (1. Mai-Mobi des NW-Berlin) im Umfeld des Nauener Platzes. Im Umfeld des U-Bhf Schwartzkopfstraße werden ca. 20 fotokopierte Plakate „Deutsche Esskultur pflegen“ verklebt.

18. April 2010 – Wedding
Die Internetseite der KS dokumentiert: Person beim Entfernen von NPD-Propaganda durch Nazis bedroht und abfotografiert. Die Fotos werden ebenfalls veröffentlicht.

19. April 2010 – Wedding – Wilmersdorf – Charlottenburg
6 Neonazis fotografieren sich mit Mobi-Transparent „1. Mai – Seit 33 arbeitsfrei“ vor dem linken Hausprojekt Scherer 8. Anschließend entfernen sie sich rasch in Richtung Nauener Platz. Später werden Fotos der Aktion auf ihrer Internetseite veröffentlicht, zzgl. Bilder von weiteren Transparenten, die an drei Autobahnbrücken im Westteil der Stadt aufgehängt wurden.

24. April 2010 – Torgau
Teile der KS nehmen an einer von der „JN-Sachsen“ organisierten Nazidemo in Torgau teil.

30. April 2010 – Mitte
Die Internetseite der KS dokumentiert: „Am Donnerstag (29.04.2010) abend fand sich die Nationale Opposition der Freien Nationalisten Mitte mit Unterstützung einzelner DVU Mitglieder am Alexa ein.“ Gezeigt wird kurzzeitig ein Mobilisierungstransparent der FN-Mitte zur Nazi-Demo am 1. Mai, das eine stilisierte Sig-Rune enthält.

1. Mai 2010 – Charlottenburg

Unter den 286 Neonazis, die im Anschluss an eine versuchte Spontandemonstration in der City-West festgenommen werden, befinden sich Teile der FN-Mitte (u.a. Steve Hennig, Falk Isernhagen, Christian Schmidt).

4. Mai 2010 – Wedding

Der Neonazi Steve Hennig versucht am Leopoldplatz vermeintliche Linke abzufotografieren.

5. Mai 2010 – Weißensee
Im Umfeld der Kreuzung Bizet- Ecke Mahlerstraße werden einige Dutzend Plakate geklebt. Neben Hinweisen auf die Internetseite der FN-Mitte werden auch mehrere Hakenkreuze und Schriftzüge gesprüht (u.a. „C4 for Reds“, „White Power“). Auch das alternative Kultur- und Bildungszentrum Kubiz wird in dieser Nacht besprüht.

Am linken Zentrum Kubiz hinterlassen die Nazis u.a. ihre Internetadresse und mehrere Hakenkreuze, sowie NPD-Sticker.

Der Bereich um die Kreuzung Mahler- Ecke Bizetstraße bietet am nächsten Morgen das gleiche Bild. Außerdem wurde hier die Internetadresse des “Nationalen Widerstand Berlin” gesprüht. Sämtliche Hinterlassenschaften wurden kurz darauf entfernt.

7. Mai 2010 – Wedding

Als 4 Neonazis beim Plakatieren auf Antifaschisten stoßen, attackieren sie diese mit Pfefferspray. Steve Hennig, dessen Wohnung als Ausgangspunkt der Aktion diente, ist unter den Angreifern. Ebenfalls beteiligt: Christian Schmidt aus Weißensee. Anschließend werden die Neonazis wegen „Wildplakatierens“ von der Polizei kontrolliert. Tags darauf brüsten sie sich damit im Internet.

8. Mai 2010 – Brandenburg / Havel
Teile der FN-Mitte fahren auf eine Nazidemo („NPD/JN/Freie Kräfte“) in Brandenburg.

14. Mai 2010 – Charlottenburg

Die FN-Mitte nehmen an einer sog. „Spontankundgebung“ am S-Bhf Halensee teil. Zu der Veranstaltung des NW-Berlin war ausschließlich über interne Kanäle mobilisiert worden.

16. Mai 2010 – Wedding

Parolen skandierend zieht eine Gruppe von 8 Neonazis am Hausprojekt Scherer 8 vorbei. Gegen Abend wird die gleiche Gruppe beim Verlassen der Wohnung Steve Hennigs beobachtet.

25. Mai 2010 – Mitte

Teile der FN-Mitte (u.a. Christian Schmidt) attackieren eine Gruppe Jugendlicher am S-Bhf Friedirchstraße. Die Schlägerei wird später umgedeutet zum „Übergriff auf die freien Nationalisten Berlin Mitte“ bzw. zur „Ausländergewalt“. Bei den Opfern habe es sich um “Polen” und Homosexuelle gehandelt. Zwei Angehörige der KS werden festgenommen und bekommen Anzeigen wg. Körperverletzung.

29. Mai 2010 – Bernau – Schöneweide
Die FN-Mitte nehmen am verhinderten Aufmarschversuch der „Kameradschaft Märkisch Oder-Barnim“ in Bernau teil. Anschließend begeben sie sich geschlossen in die rechte Szenekneipe „Zum Henker“ nach Schöneweide.

6. Juno 2010 – Hildesheim – Niedersachsen
Erstmals mit einem eigenem Transparent nehmen FN-Mitte in Hildesheim an einem rassistischem Aufmarsch gegen „Überfremdung“ teil.

9. Juni 2010 – Wedding
Der Neonazi Steve Hennig beleidigt auf offener Straße eine Passantin in rassistische Art und Weise. Als Zeugen des Vorfalls ihn zur Rede stellen, ruft Hennig, der sich in Begleitung seiner Lebensgefährtin befindet die Polizei und versucht seine Gegenüber anzuzeigen.

Diesen Aktivitäten stellt sich ein breites Bündnis aus Antifaschist_innen entgegen. Der Wedding ist und bleibt bunt!

17.07.2010, Rathaus Schöneberg: Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“

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17.07.2010, ab 12:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz)
„Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!“
Kundgebungen am Rathaus

DenkMalTour: Antimilitaristische und Antifaschistische Orte um den Rosa-Luxemburg-Platz

BPK 30.003.601

Samstag 19.06.2010

* Ort: Berlin-Mitte, Rosa-Luxemburg-Platz (vor der Volksbühne)
* Uhrzeit: 14.00 – 17.00 Uhr
* Verantwortlicher: Adelante

Der heutige Rosa-Luxemburg-Platz hat viel erlebt. Große Kundgebungen der KPD und der antifaschistischen Verbände, aber auch die Stürmung durch Polizei und SA in den 30er Jahren. Mit dem Karl-Liebknecht-Haus, der Torstraße, dem Scheunenviertel und den Prenzlauer Berg befinden sich um den Rosa-Luxemburg-Platz viele historische Orte mit antifaschistischer und antimilitaristischer Tradition.

Während der DenkMalTour werden wir uns auf die historischen und aktuellen Spuren dieser Geschichte begeben und uns diesen Teil von Berlin anschauen.

Treffpunkt: Rosa-Luxemburg-Platz (Vor der Volksbühne)

Verantwortliche: OG Adelante in Zusammenarbeit mit der Hellen Panke e.V.

Führung durch: Judith Demba Fernandez Rios

Kostenbeitrag: 1,50 €

Tour de Musée: Berliner Arbeiterwiderstand 1942–1945

Tour de Musée: Berliner Arbeiterwiderstand 1942–1945
Sonntag 20.06.2010

* Ort: Bezirksmuseum Friedrichshai-Kreuzberg, Adalbertstraße 95a, 10999 Berlin-Kreuzberg
* Uhrzeit: 14.00 Uhr
* Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Ausstellung: Berliner Arbeiterwiderstand 1942–1945

„Weg mit Hitler – Schluß mit dem Krieg!“

Die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation war mit über 500 Mitstreitern eine der größten Berliner Widerstandsgruppen gegen das Naziregime. Kommunisten, Sozialdemokraten und Anhänger unterschiedlicher Weltanschauungen; Arbeiter, Angestellte, Ärzte, Künstler, verfolgte Juden und Hitlergegner aus dem Bürgertum schlossen sich ihr an.

23 Ausstellungstafeln dokumentieren, wie unter schwierigsten Bedingungen die illegale Arbeit organisiert wurde. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei Kontakte in über 70 Betriebe und die Zusammenarbeit und Solidarität mit Zwangsarbeitern. Ebenso werden Verrat, Verfolgung, Justizterror und Haft dargestellt und letzte Briefe dokumentiert.

Führung: Bärbel Schindler-Saefkow