1.September 2010
Die LINKE und die neue Bürgerrechtsbewegung - eine Studie, die Herausforderungen deutlich macht
Datenschutz, Grundrechtsfragen, digitalisierte Gesellschaft: Bürgerrechtsfragen bewegen immer mehr Menschen. Die Linksfraktion im Bundestag hat deshalb dazu eine Studie erarbeiten lassen, die die Bedeutung, Schwerpunkte und Vielfalt dieser neuen Bürgerrechtsbewegung umfassend darstellt. Über die Studie von Carsten Hübner und ihre kürzliche Präsentation im Bundestag erschien heute ein lesenswerter Artikel in Neues Deutschland, den wir hier dokumentieren:
“Innere Sicherheit und individuelle Freiheiten” (Neues Deutschland vom 01.09.2010)
Die Studie können Sie entweder in meinem Büro anfordern oder hier herunterladen:
“Neue Bürgerrechtsbewegung in der Bundesrepublik Deutschland”
Tags: Bürgerrechte, Datenschutz, DIE LINKE, Informationsfreiheit, Presseecho, Publikationen, Sozialismus
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26.August 2010
Nach der gestrigen Kabinettsentscheidung über Änderungen im Bundesdatenschutzgesetz, die den Beschäftigtendatenschutz stärken sollen, entzündete sich eine breite Debatte zum vorgelegten Gesetzentwurf. Die Bewertungen und Stellungnahmen gehen bisweilen weit auseinander und reichen von “zu arbeitnehmernah” über “tragfähiger kompromiss” bis “zu unternehmerfreundlich”. Wir dokumentieren hier eine Auswahl der entsprechenden Medienberichte in denen auch Jan Korte zu Wort kommt:
“Rechtsgrundlage fürs Ausspionieren” (Neues Deutschland vom 26.08.2010)
“Rückfall statt Fortschritt” (junge welt vom 26.08.2010)
“Lizenz zum Spionieren” (Frankfurter Rundschau vom 25.08.2010)
“Datenschutz: Lassen sich Personalchefs per Gesetz vom Browsen abhalten?” (gulli.com vom 25.08.2010)
“Arbeitgeber wollen weiter heimlich filmen” (sueddeutsche.de vom 25.08.2010)
“Kabinett beschließt Arbeitnehmer-Datenschutz” (Financial Times Deutschland vom 25.08.2010)
“Arbeitgeber kritisieren Ausspäh-Verbot” (SPIEGEL ONLINE vom 25.08.2010)
“Personalchefs sollen nicht in sozialen Netzwerken stöbern “ (Golem.de vom 25.08.2010)
Tags: Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz, Presseecho
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25.August 2010
„Der Gesetzentwurf zum Beschäftigtendatenschutz muss an einigen Stellen dringend nachgebessert werden. Der von der Koalition vorgelegte Entwurf ist ein typischer schwarz-gelber Kompromiss, der in weiten Teilen eher den Interessen der Unternehmer entgegenkommt, als dass er die Beschäftigten schützt”, erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Kabinettsentscheidung über Neuregelungen beim Arbeitnehmerdatenschutz. Korte weiter:
„Dass es im Endeffekt nicht zu einem eigenen Gesetz, sondern nur zu Ergänzungen im Bundesdatenschutzgesetz gereicht hat, wäre nicht weiter schlimm, wenn die Ergänzungen so detailliert und eindeutig wären, wie es angesichts der zahlreichen Datenschutzskandale notwendig ist. Das ist aber leider nicht überall der Fall.
Nach wie vor erlaubt der Gesetzentwurf den Arbeitgebern anlassunabhängige Datenabgleiche, den Einsatz von Detektiven und das Abfragen praktisch aller Daten bei Einstellungsgesprächen: zur ethnischen Herkunft, zur Religion, zur Weltanschauung, zur sexuellen Identität oder zu Vermögensverhältnissen. Damit wird der Unternehmerseite eine Datensammelerlaubnis erteilt, die geradezu zum Missbrauch einlädt. Außerdem ist zu befürchten, dass es nach dem Verbot der heimlichen Videoüberwachung zu einer Ausweitung der offenen Videoüberwachung kommt. DIE LINKE wird sich daher in den kommenden Wochen und Monaten für entsprechende Änderungen im Gesetzentwurf einsetzen.”
Tags: Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz, Presseerklärungen
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25.August 2010
„Es gibt wirklich keinen einzigen Grund, den Elektronischen Personalausweis einzuführen. Dafür aber viele gute Gründe dies nicht zu tun. Der neue „ePerso” bietet für die nächsten zehn Jahre keinerlei Sicherheitsgarantie. Die Bundesregierung kann nicht ausschließen, dass die Daten unbefugt ausgelesen und die Identität missbraucht werden kann. Sie riskiert mit ihrem unbeirrt weiter verfolgten Biometriekurs sogar bewusst einen millionenfachen Identitätsdiebstahl. Dies ist völlig unverantwortlich, so Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu Meldungen über Sicherheitslücken beim neuen Elektronischen Personalausweis. Korte weiter:
„Die vom Chaos Computer Club aufgezeigten eklatanten Sicherheitsmängel sollten die Bundesregierung schnell zum Umdenken bringen. Auch wenn der Bundesinnenminister nicht müde wird von „einem enormen Sicherheitsgewinn” zu sprechen, wird das Ganze in der Praxis kein Deut sicherer. Ganz im Gegenteil: Neue Sicherheitsrisiken von kaum übersehbaren Ausmaß werden neu geschaffen. Um diese riskante Technik als Massenpflichtanwendung durchzusetzen werden vorläufig (!) satte 24 Millionen Euro Steuergelder für kostenlose, untaugliche Lesegeräte aufgewendet.
DIE LINKE fordert die sofortige Sperrung derjenigen Gelder im Haushalt, die für die in der Anfangsphase kostenfrei mit ausgelieferten Lesegeräte vorgesehen sind. Die gewonnene Zeit , muss für ein neues Konzept einer Internet -ID genutzt werden, die nicht an den Personalausweis gebunden ist.”
Tags: Bürgerrechte, Datenschutz, elektronischer Personalausweis, ePerso, Personalausweis, Presseerklärungen
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24.August 2010
„Nach Jahrzehnten der Untätigkeit und zahlreicher Bespitzelungsskandale in Unternehmen wie LIDL, KiK, Bahn, Telekom und Daimler kommt nun offenbar endlich ein Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Der große Wurf ist es aber leider nicht geworden, und in einigen Bereichen wird durch schwammige Regelungen neuen Datenschutzverletzungen Tür und Tor geöffnet”, erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE anlässlich der morgigen Kabinettsentscheidung über ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz. Korte weiter:
„Dass viele Unternehmen beim Bespitzeln ihrer Mitarbeiter und beim Datensammeln keine Grenzen kennen, ist lange bekannt. Aufgabe eines Gesetzes zum Arbeitnehmerdatenschutz muss es daher sein, die abhängig Beschäftigten effektiv davor zu bewahren, dass durch den Missbrauch ihrer Daten ihr grundgesetzlich geschütztes Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird. Das muss selbstverständlich auch im Betrieb gelten. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung erfüllt diese Anforderungen in weiten Teilen nicht. Einigen Verbesserungen - wie dem selbstverständlichen Verbot der heimlichen Videoüberwachung oder der Überprüfung der Vermögensverhältnisse sämtlicher Mitarbeiter - stehen zahlreiche Ausnahmeregelungen und weitgehende Befugnisse zur Überwachung entgegen. Von angemessenen und abschreckenden Sanktionen oder einer effektiven Stärkung der betrieblichen Datenschutzbeauftragten, fehlt jedoch jede Spur. Diese sind aber nötig, um den gesetzlichen Regelungen auch tatsächlich Wirkung zu verleihen.”
Tags: Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz, Presseerklärungen
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24.August 2010
Am vergangenen Donnerstag wurde in Berlin die Studie „Neue Bürgerrechtsbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Herausforderungen und Perspektiven für eine linke Bürgerrechtspolitik im Deutschen Bundestag” von Carsten Hübner vorgestellt.
In dem Pressegespräch ging es um aktuelle Datenschutzdebatten, Grundrechtsfragen und die Folgen der Digitalisierung für die Bürgerrechte, die in den letzten Jahren zunehmend in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gerückt sind und deren Beschneidungen verstärkt auf Widerstand stoßen.
Staatliche Großprojekte wie die elektronische Gesundheitskarte und der elektronische Einkommensnachweis ELENA rufen Ablehnung hervor, auch Datenschutzskandale bei Lidl, KiK, der Bahn und Google bewirken bei Bürgerinnen und Bürgern zunehmend Unbehagen. Nicht zuletzt die Entwicklung hin zum präventiven Sicherheitsstaat setzte eine staatliche Datensammelwut in Bewegung, die von privaten Konzernen mitgetragen wird.
Der Arbeitskreis Bürgerinnenrechte und Demokratie der Bundestagsfraktion DIE LINKE hatte die Studie in Auftrag gegeben, um Bedeutung, Schwerpunkte und Vielfalt dieser neuen Bürgerrechtsbewegung erstmals umfassender darzustellen. Die in der Studie enthaltenen Thesen und Einschätzungen bieten nun die Grundlage für eine breite Diskussion darüber, wie ein linkes alternatives Gesamtkonzept, in dem die soziale Frage mit den Fragen der neuen Bürgerrechtsbewegung zusammengefügt wird, aussehen kann.
“Die engagierten Bürger” (Tagesspiegel vom 20.08.2010)
Tags: Bürgerrechte, Datenschutz, Kurz notiert, Publikationen
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24.August 2010
Die Ankündigung, dass die Bundesregierung am morgigen Mittwoch den lang erwarteten Gesetzentwurf zum Beschäftigtendatenschutz nun endlich im Bundeskabinett beschliessen will, sorgte für eine breite Berichterstattung in den Medien. Wir dokumentieren an dieser Stelle stellvertretend einige Artikel:
“Arbeitnehmer-Datenschutz: Keine heimlichen Videos mehr” (Volksstimme vom 24.08.2010)
“Regierung einigt sich auf neue Regeln zum Arbeitnehmer-Datenschutz” (heise online vom 23.08.2010)
“Schutz vor Bespitzelung im Job” (WELT ONLINE vom 23.08.2010)
“Zu wenig Mut beim Job-Datenschutz-Gesetz” (taz vom 24.08.2010)
Tags: Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz, DIE LINKE, Presseecho
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23.August 2010
„Der Gesetzentwurf zur Regelung des Beschäftigtendatenschutzes von Bundesinnenminister de Maizière bleibt weit hinter den Ankündigungen der Koalition und noch weiter hinter den Anforderungen der modernen Arbeitswelt zurück “, erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu Medienberichten, nach denen die Bundesregierung sich auf ein Gesetz zum Arbeitnehmer-Datenschutz verständigt habe. Korte weiter:
„Von konsequentem Datenschutz der Beschäftigten kann keine Rede sein. DIE LINKE lehnt diese Mogelpackung ab und ruft Bürgerrechtsbewegung und Gewerkschaften auf, den Kampf für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch in den Betrieben weiter zu verstärken.
Die Bundesregierung verfolgt gerne die Taktik, zuerst extrem weit vorzupreschen, um dann locker ein bisschen zurückrudern zu können. Im Endeffekt sind dann alle erleichtert, weil es doch nicht ganz so schlimm kommt. So auch jetzt. Statt der Hardliner-Positionen, die den ersten Referentenentwurf eher zu einem Polizeigesetz als zu einem Gesetz zum Schutz der Beschäftigten machten, präsentiert die Koalition nun eine Datenschutz-Light-Version. Statt heimlicher Videobespitzelung - sogar auf der Toilette - soll nun nur noch die offene Videoüberwachung kommen. Der Versuch, das auch noch als großen Erfolg zu verkaufen, ist dreist.
Ganz offensichtlich stehen für die Union aber die Interessen der Unternehmer im Mittelpunkt. Letztlich will die Regierung den Arbeitgebern bei der Datenerhebung und -erfassung weiterhin einen Blankoscheck ausstellen, solange diese das Ganze als Korruptionsbekämpfung deklarieren.”
Tags: Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz, Kurz notiert, Presseerklärungen
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19.August 2010
Die Diskussion um Google Street View geht weiter. Die Untätigkeit der Bundesregierung in den letzten Monaten hat nun dazu geführt, dass ihr außer Apellen an den Konzern keine Möglichkeiten bleiben, auf Googles Datenpolitik Einfluss zu nehmen. Der öffentliche Druck hingegen hat Google nun dazu bewegt, die Widerspruchsfrist um einen auf zwei Monate zu verlängern.
“Regierung lässt Google freie Hand” Mitteldeutsche Zeitung vom 18.8.2010
Tags: Datenschutz, Google, Presseecho
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18.August 2010
„Bei Google Street View ist die Bundesregierung scheinbar aus ihrer Schockstarre erwacht. Ob den täglich neuen Versprechungen aus den Reihen der Bundesregierung allerdings auch Taten folgen werden, ist leider zu bezweifeln”, erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zur heute von Innenminister de Maizière angekündigten Datenschutzkonferenz. Korte weiter:
„Um das konkrete Problem der Erfassung öffentlichen Raumes für private Verwertungsinteressen bei Google Street View und ähnlichen Diensten in den Griff zu bekommen, reicht die Gesetzesinitiative des Bundesrates aus. Für die Bundesregierung gibt es hier weder einen Grund für Ausflüchte noch für Untätigkeit. Vor dem Hintergrund der langen Tradition der nicht eingehaltenen Versprechungen etlicher Bundesregierungen, für verlässlichen Datenschutz zu sorgen, wird es Zeit für Bundesinnenminister de Maizière, endlich konkret zu werden.
Dass sich der Innenminister wieder mit Datenschutzexperten treffen möchte, ist schon aufgrund des zu erhoffenden Lerneffekts nur zu begrüßen. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass Entscheidungen, wie bereits in den letzten Monaten und Jahren, hinausgezögert werden sollen.
Losgelöst von der Debatte über Google Street View ist eine große Datenschutzreform nötiger denn je. Die Diskussion der letzten Wochen zeigt deutlich, dass das Bundesdatenschutzgesetz keine Antworten für das digitale Zeitalter bereithält. Teil einer solchen Debatte muss allerdings nicht nur der Umgang der Privatwirtschaft mit persönlichen Daten sein, sondern auch Datensammlungen staatlicher Sicherheits- und Sozialbehörden.”
Tags: Datenschutz, Google, Presseerklärungen
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