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	<title>linkeblogs.de &#187; Oskar Lafontaine</title>
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	<description>Blogs rund um DIE LINKE</description>
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		<title>„Damit er bleibt“</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 14:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oskar Lafontaine, das kann man im aktuellen Stern nachlesen, wirft
einen „langen Schatten“ auf die Linke. Mehr noch, er „beherrscht die Partei, immer noch“. Man erfährt, dass der Saarländer und Gregor Gysi einmal die Woche telefonieren. Und dass es Politiker in der Partei gibt, die beklagen, dass sich andere Politiker der Partei als Gralshüter irgendeiner Linie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oskar Lafontaine, das kann man im aktuellen <em>Stern</em> <a href="http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-31-29-07-2010-der-fall-kachelmann-die-suche-nach-der-wahrheit-1587796.html" >nachlesen</a>, wirft<br />
einen „langen Schatten“ auf die Linke. Mehr noch, er „beherrscht die Partei, immer noch“. Man erfährt, dass der Saarländer und Gregor Gysi einmal die Woche telefonieren. Und dass es Politiker in der Partei gibt, die beklagen, dass sich andere Politiker der Partei als Gralshüter irgendeiner Linie aufspielen. „Ideologische Saalwächter“, werden die genannt, „Lafontaine-Kritiker“ die anderen. Während man das Stück (eine Art Gegenmodell zu <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/07/lafontaines-stern-joerges-bartsch/" >Jörges Kolumne</a> in der vorigen Woche, sonst das Übliche: Realos gegen Radikale, bockige Linke, Klima der Denunziation etc. etc.) noch kaum zu Ende gelesen hat, <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/Gysi-gesteht-Fehler-im-Umgang-mit-Stasi-Vergangenheit-id3300560.html" >meldet</a> <em>derwesten.de</em>, dass Gregor Gysi tun wolle „was in meinen Kräften steht, damit er bleibt“. Wer? Lafontaine, und zwar als Parteivorsitzender. Denn, sagt sein Fraktionschef, „ohne Oskar wären wir deutlich geschwächt“, das müssten auch die begreifen, die ihn nicht mögen. Wer jetzt denkt, er habe Wichtiges verpasst und vielleicht sei da Gesine Lötzschs „Charlie-Chaplin-Strategie“ am Werk (<em>Stern</em> lesen!), kann hier beruhigt bzw. enttäuscht werden: Die WAZ-Gruppe hat lediglich eine alte Agenturmeldung ins Netz gestellt, die sich auf ein <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1217/politik/0013/index.html" >Gysi-Interview</a> vom letzten Dezember in der <em>Berliner Zeitung</em> bezog. Der lange Schatten des Oskar Lafontaine, er verdunkelt offenbar auch manche Online-Redaktion. (tos)</p>
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		<title>Lafontaines Stern</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 06:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hans-Ulrich Jörges gehört zu jenen Journalisten, die auf der Berliner Politbühne selbst Darsteller geworden sind. Der Mann vom <em>Stern</em> sitzt öfter einmal in Talkshows, gilt als kritisch, manchem auch als linksliberal. In der aktuellen Ausgabe des Magazins ruft Jörges aus Berlin dazwischen: „Oskar ist wieder da“. Gemeint ist Lafontaine und wer das Stück des „Chefredakteurs für Sonderaufgaben“ liest, kann den Eindruck nicht ganz verhehlen, dass hier ein Ghostwriter das Bewerbungsschreiben eines Politikers verfasst hat, der in die erste Reihe zurückdrängt. Nun war Lafontaine nie wirklich „weg“, sein Einfluss in der Linken schien stets größer als es seine saarländischen Ämter anzeigten. Zuletzt sorgten seine <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/07/bundesversammlung-gauck-rot-rot-gruen-dehm-hitler-stalin-lafontaine/" >Rolle</a> am Tag der Bundesversammlung und die ganz offenkundig auf ihn zugeschnittene <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/07/botschafter-lafontaine-internationale-kommission-heimlicher-vorsitzender/" >Bildung</a> einer Internationalen Kommission beim Parteivorstand für Aufmerksamkeit. Ist „Oskar wieder da“?<span id="more-12362"></span></p>
<p>Jörges <em>Stern</em>-Kolumne müht sich, alle Zweifel zu zerstreuen, die man haben kann, wenn man an eine Rückkehr Lafontaines in die erste Reihe denkt. Der Krebs überwunden, das Alter kein Problem &#8211; „rund, erholt, gebräunt, agil“ sei der frühere Parteichef, er sei gar soviel gejoggt, dass Ulrich Maurer nicht mehr mitkam. Der joggende Politiker ist seit Joschka Fischer nicht nur einfach eine Erzählung von sportlichen Leuten, es steckt immer eine größere Bedeutung dahinter. Die von der „Reinigung“, vom „langen Lauf zu sich selbst“. Das Bild des von der Politik ein wenig ermüdeten Lafontaine, in Jörges Stück wird es umgekehrt in das eines „begierig“ nach der Politik greifenden, nun „vorsichtiger“ agierenden Mannes. Es liest sich wie Botschaften: An die SPD zum Beispiel, den Saarländer doch endlich „begreifen“ sollen. Interessant auch, dass man lesen kann, Lafontaine würde „Sympathien“ für Frank-Walter Steinmeier hegen, während er zu Sigmar Gabriel ein „Nicht-Verhältnis“ pflege. Der einstige Außenminister sitzt bei den Sozialdemokraten fest im Sattel, viele glauben, er sei mit Blick auf 2013 auf Ampel-Kurs &#8211; und wenn überhaupt in der nächsten Zeit, dann könne nur der Agenda-Architekt ein Bündnis mit der Linkspartei in der SPD durchsetzen. „Kein böses Wort“ habe man übereinander verloren, behauptet Jörges. Und spätestens hier merkt man, dass es in der Kolumne um Anbahnung geht, nicht um einen Kommentar. „Er ist ein Populist, ein nationaler dazu“, hat Steinmeier einmal über Lafontaine <a href="http://www.ad-hoc-news.de/steinmeier-lafontaine-ist-populist-ein-nationaler-dazu--/de/Politik/20071694" >gesagt</a>. „Kein böses Wort“?</p>
<p>Aufmerksam wird man in der Linkspartei auch jene Passage lesen, in der Dietmar Bartsch vorkommt, „Lafontaines Intimfeind“, wie der <em>Stern</em> schreibt. Das Magazin bleibt sich treu, als dereinst der Bundesgeschäftsführer in die Kritik geriet und sich Vorwürfe der „Illoyalität“ in einer Kampagne verdichteten, die später zu seinem Rückzug führten, war der <em>Stern</em> mit ganz vorn dabei. „Der innerparteiliche Machtkampf bei der Linkspartei ist beendet. Der souveräne Sieger heißt Oskar Lafontaine, der eindeutige Verlierer Dietmar Bartsch“, <a href="http://lafontaines-linke.de/2009/12/junge-welt-im-kampfeinsatz-gegen-dietmar-bartsch-offener-brief/" >hieß es</a> im Dezember 2009. Bartsch verteidigte sich damals gegen Behauptungen, die in dem Artikel aufgestellt worden waren, worauf dieser aus dem Netz verschwand. An der personellen Dynamik änderte das nichts, das Ergebnis ist bekannt. Lafontaine werde nun, schreibt Jörges „als Außenminister seiner Partei (&#8230;) seine Gegner beruhigen, Dietmar Bartsch vor allem“. Muss er das denn? Oder wird das nur geschrieben, um den Eindruck zu befördern, Bartschs Lebensinhalt sei die Gegnerschaft zum einstigen SPD-Vorsitzenden?</p>
<p>Die mediale Erzählung von Lafontaines Rückkehr, hat noch eine andere Dimension. Die <em>Frankfurter Allgemeine</em> veröffentliche in dieser Woche eine längere <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E6DAB01D4C7604C1097D1209516EEAEF3~ATpl~Ecommon~Sspezial.html" >Analyse</a> aus dem Hause Allensbach, die interessengeleitet sein mag, aber doch in der Linkspartei für Diskussionen gesorgt haben dürfte: Die Marke „Linke“ werde insgesamt blasser, die Akzeptanz der Partei gehe zurück. „Es ist naheliegend, diese Entwicklung mit den personellen Veränderungen in Verbindung zu bringen“, heißt es an einer Stelle. Die „Nachfolger in der Parteiführung haben bisher keinen vergleichbaren Bekanntheitsgrad und kein vergleichbares Charisma entwickeln können“. Man hört das mitunter auch aus der Linkspartei und wenn im kommenden Jahr, das für die Linke ein sehr entscheidendes werden wird, sich der öffentliche Wind gegen die Partei drehen sollte (man hat es bei der FDP gesehen, wie schnell so etwas geht), dann könnte auch die Frage nach der Führung noch einmal auf den Tisch kommen. Wenn nicht schon vorher – Dank Zwischenrufen wie jenem von Hans-Ulrich Jörges: „Oskar ist wieder da.“ (tos)</p>
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		<title>Nachwahl-Ärger</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 04:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bundesversammlung]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Während Bundespräsident Wulff schon goldene Worte verströmt &#8211; etwa, dass das WM-Finale am Sonntag bestimmt ganz toll wird und Deutschland in vier Jahren den Titel holen könnte -, ging es bei der Linkspartei noch einmal um das Kapitel Gauck. Die Abgeordneten der Linken gerieten sich <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/unruhige-linke/1877812.html" >nach</a> einem Bericht des <em>Tagesspiegel</em> in einer Fraktionssitzung wegen des Abstimmungsverhaltens in der Bundesversammlung in die Haare. Besser gesagt: wegen der internen Auseinandersetzungen. Es habe Unmut über die Debattenkultur gegeben, von einer Atmosphäre der Denunziation und der Inquisition soll die Rede gewesen sein. Letzteres bezieht sich auf den Versuch, jene Wahlleute auf ein bestimmtes Wahlverhalten offen festzulegen, die vorher aus taktischen Gründen eine Stimmabgabe für Gauck erwogen hatten. Auch die Rolle Oskar Lafontaines bei der Präsidentenwahl und dem Gespräch der Linke-Führung mit der SPD-Spitze kam zur Sprache. Wiederum andere Teilnehmer zeigten sich später wenig erfreut, dass Einzelheiten der turbulenten Runde an die Presse weitergegeben wurden. (wh)</p>
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		<title>Botschafter Lafontaine</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 18:18:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist Oskar Lafontaine &#8220;zurück&#8221;? So steht es in der Rheinischen Post.
Die Spitze der Linkspartei wiederum ist bemüht, die Debatte über den „heimlichen Vorsitzenden“ Oskar Lafontaine einzudämmen. Zeitungen hatten über die Rolle des Saarländers während der Bundesversammlung berichtet und sich ihren Reim darauf gemacht: „An ihm vorbei geht keine wichtige Entscheidung“, hieß es unter anderem. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist Oskar Lafontaine &#8220;zurück&#8221;? So <a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Ex-Parteichef-Lafontaine-meldet-sich-zurueck_aid_877923.html" >steht es</a> in der <em>Rheinischen Post</em>.<br />
Die Spitze der Linkspartei wiederum ist bemüht, die Debatte über den „heimlichen Vorsitzenden“ Oskar Lafontaine einzudämmen. Zeitungen hatten über die Rolle des Saarländers während der Bundesversammlung berichtet und sich ihren Reim darauf gemacht: „An ihm vorbei geht keine wichtige Entscheidung“, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,704091,00.html" >hieß es</a> unter anderem. Eine Zeitung <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2806819_Linkspartei-Lafontaine-ausgerissen.html" >zitierte</a> einen anonymen Linken-Politiker: „Ist der jetzt wieder Parteichef?“ Ist er nicht, sagt Klaus Ernst, der den Job jetzt hat. „Ich halte diese Debatte ‚heimliche Führung der Partei‘ für absurd“, <a href="http://www.n-tv.de/politik/Linke-umwirbt-SPD-article984701.html" >meint</a> der Bayer. „Er steht uns zur Seite, er hilft uns.“ In Zukunft wird Lafontaine dies als Chef einer <a href="http://die-linke.de/partei/organe/parteivorstand/parteivorstand_20102012/von_den_sitzungen/sofortinformation_klausur_am_3_und_4_juli_2010/" >neu gebildeten</a> „Internationalen Kommission“ beim Linkenvorstand tun. <span id="more-11777"></span>Diese solle „koordinierende und beratende Aufgaben“ haben, gab die Partei bekannt. In den Zeitungen kann man lesen, der Ex-Chef solle „künftig als eine Art Sonderbotschafter die Kontakte seiner Partei ins Ausland pflegen“. Die Kommission solle „Vorschläge zur internationalen Politik“ erarbeiten sowie „Entscheidungen, Positionsfindungen des Parteivorstandes und Aktivitäten im Rahmen der internationalen Beziehungen der Partei“ vorbereiten. Der bei der Klausur am Wannsee gefasste Beschluss war am Montagabend noch nicht <a href="http://die-linke.de/partei/organe/parteivorstand/parteivorstand_20102012/beschluesse/" >im Netz</a> nachzulesen. Im Karl-Liebknecht-Haus gibt es eine Abteilung Internationalde Politik. In der PDS <a href="http://archiv2007.sozialisten.de/partei/bgst/organigramm/index.htm" >hatte diese</a> unter anderem die Aufgabe, die „internationalen Verbindungen und Kontakte der Partei auf Bundesebene“ zu gestalten, wozu sowohl „bilaterale als auch multilaterale Formen der internationalen Zusammenarbeit mit linken Parteien und Bewegungen“ gehörten.</p>
<p>Lafontaine muss sich nicht groß einarbeiten: Schon 1988 statte er als SPD-Ministerpräsident dem kubanischen Staatschef Fidel Castro einen Besuch ab. Eine erneute Reise im Sommer 2007 machte ein paar Schlagzeilen &#8211; FDP und Union <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/kuba-besuch_aid_131376.html" >empörten</a> sich wortreich über Aussagen Lafontaines und dass dieser gefordert hatte, die Menschenrechte nicht zu instrumentalisieren. Der damalige Linksparteichef hatte seinerzeit erklärt, er habe die Menschenrechtslage in Kuba bei seinen Gesprächen deutlich angesprochen. 2006 sorgte eine geplante Iranreise von Lafontaine für kurze Aufregung. Eine geplante Iranreise war abgesagt worden, bei der er <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,412046,00.html" >Zeitungsberichten</a> zufolge mit Parlamentsmitgliedern über Möglichkeiten sprechen wollte, einen militärischen Konflikt wegen des iranischen Atomprogramms zu verhindern. Lafontaine hatte dies <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/525854/" >zurückgewiesen</a>: „Ich habe nie Vermittlerdienste im Konflikt mit dem Iran angeboten“, so Lafontaine. „Wir haben einmal gesagt, wir wollen den Iran besuchen. Und das ist nach wie vor ein Plan, um die Argumente dieser Seite zu hören.“ Zu der Reise ist es bisher nicht gekommen. (tos)</p>
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		<title>Zweitbeste Lösungen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 07:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich hatten wir die Bundesversammlung endlich ad acta legen wollen. Aber der Streit um Gauck, den rot-grünen Anti-Kandidaten und die Stimmenthaltung der Linken wird wohl noch längere Zeit der archimedische Punkt wichtiger Debatten im erweiterten linken Lager sein. Die Frage der möglichen Beschädigung rot-rot-grüner Optionen wird diskutiert, man begutachtet die Rolle von Oskar Lafontaine &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatten wir die Bundesversammlung endlich ad acta legen wollen. Aber der Streit um Gauck, den rot-grünen Anti-Kandidaten und die Stimmenthaltung der Linken wird wohl noch längere Zeit der archimedische Punkt wichtiger Debatten im erweiterten linken Lager sein. Die Frage der möglichen Beschädigung rot-rot-grüner Optionen wird diskutiert, man begutachtet die Rolle von Oskar Lafontaine &#8211; und dann ist da ja noch der Hitler-Stalin-Vergleich von Diether Dehm. Eine Übersicht:<span id="more-11685"></span></p>
<p><strong>Lafontaines Rolle<br />
</strong>Die <em>Süddeutsche</em> berichtet vom „Gipfeltreffen einer unmöglichen Koalition“: Die Verhandlungen rot-rot-grüner Spitzenleute vor dem dritten Wahlgang würden als „denkwürdige Zusammenkunft“ noch lange im Gedächtnis bleiben. Erstmals seit dem Bruch sei Lafontaine, der „Abtrünnige“, in der sozialdemokratischen Fraktionsführung empfangen worden &#8211; wo „der Zerstörer“ mit eher geringer Parteifunktion neben Gregor Gysi das Wort geführt habe. Von Klaus Ernst seien keine wichtigen Wortbeiträge überliefert, lediglich ein dauerhaftes Lächeln. So ähnlich <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,704091,00.html" >steht es auch</a> bei <em>Spiegel online</em>: „Auch wenn er nominell nur mehr die Linken-Fraktion im saarländischen Landtag anführt &#8211; an ihm vorbei geht keine wichtige Entscheidung der Partei. Am Mittwoch ließ er wieder einmal seine Muskeln spielen. (&#8230;) Dass er auch in Zukunft aus Saarbrücken den Kurs seiner Partei mitbestimmen wird, bezweifelt kaum einer bei der Linken. Und das ist vielleicht das entscheidende Hindernis für alle rot-grün-roten Überlegungen auf Bundesebene.“ Die <em>Frankfurter Rundschau</em> sieht „Lafontaine ausgerissen“ und <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2806819_Linkspartei-Lafontaine-ausgerissen.html" >zitiert</a> einen anonymen Linkenpolitiker mit den Worten: „Ist der jetzt wieder Parteichef?“ Es habe, heißt es weiter, Verärgerung gegeben, manche in der Fraktion hätten sich gefragt, mit welchem Mandat Lafontaine eigentlich seine prominente Rolle am Mittwoch begründe. Anderer Auffassung war nicht nur Gysi, sondern auch Dietmar Bartsch, dem man übertriebene Lafontaine-Begeisterung nicht unterstellen kann. Die Teilnahme des Saarländers sei „politisch extrem notwendig“ gewesen &#8211; nur er hätte die Linke noch auf Gauck-Linie bringen können. Gysis Grund ist ein anderer: Er „habe von vornherein darauf bestanden, dass er mitkommt“ weil dies „als Geste an die SPD wichtig“ gewesen sei. Die Frage, welche die Frankfurter Rundschau damit aufwirft ist: Traut man der neuen Doppelspitze diese „Wichtigkeit“ nicht zu?</p>
<p><strong>Rot-Rot-Grüne Belastungen<br />
</strong>Die Frage, welche Auswirkungen der rot-rot-grüne Streit um Gauck für die bündnispolitische Zukunft haben könnte, hat am Tag danach ganz unterschiedliche Antworten hervorgebracht: Der Grüne Jürgen Trittin meint, es werde für seine Partei in absehbarer Zeit wohl nur „zweitbeste“ Lösungen geben &#8211; die Linkspartei sei noch „weit von politischer Handlungsfähigkeit entfernt“. Immerhin erscheint hier die Möglichkeit einer „erstbesten“ Lösung, etwas, was man in der SPD kaum vernimmt. Die Klage über das angeblich vermasselte Signal klingt dann auch etwas hohl: Als ob die Sozialdemokraten im Falle von 124 linken Gauck-Stimmen urplötzlich von ihrem taktierenden und distanzierenden Kurs gegenüber der Linken abgerückt wären. Die Aufforderung von Sigmar Gabriel, in der Partei müssten „jetzt endlich“ jene „den Kampf aufnehmen, die der SPD-Chef für „die Reformer“ hält, zeigt das. Die so Umgarnten dürften „nicht länger zulassen, dass Lafontaine und Wagenknecht mit ihrer Mischung aus Machiavellismus und Beton-Kommunismus das Zepter schwingen“. Nun ja. Lafontaines selbst sagte hingegen, der Streit im Zuge der Bundesversammlung habe „wenig Bedeutung für die rot-rot-grüne Perspektive“. Dies sei nämlich vielmehr eine „inhaltliche“ Frage und auch wenn sich die Sozialdemokraten bewegt hätten, sei „eine ernsthafte Abkehr von der verfehlten Politik der rot-grünen Koalition“ noch nicht erkennbar. Gysis sah sogar in den Verhandlungen vom Mittwoch ein positives Signal: „Immerhin: Sie haben ja mit uns geredet. Es war halt nur zu spät. Aber vielleicht beginnt jetzt mal eine Normalisierung unseres Verhältnisses.“ Fragt sich nur, in welcher personeller Zusammensetzung. Jüngere Linkenpolitiker wie die Vizevorsitzende Halina Wawzyniak <a href="http://www.fr-online.de/top_news/2807020_Nach-der-Wahl-Opposition-zerrupft.html" >sehen</a> da inzwischen größere Blockaden. „Die Generation Ü50 kriegt es einfach nicht hin, die sind zu sehr ineinander verkeilt.“</p>
<p><strong>Dehms Stalin-Hitler-Vergleich<br />
</strong>Größeren Wirbel hat seit Mittwochabend auch der niedersächsische Linken-Politiker Diether Dehm verursacht &#8211; und zwar nicht nur bei der Konkurrenz, die wortreiche Empörung an den Tag legte. Sondern auch in den eigenen Reihen. Das Zitat ist inzwischen hinlänglich bekannt. Dehm hatte gegenüber dem ZDF gesagt: „Was würden Sie denn machen, sie hätten die Wahl zwischen Stalin und Hitler? Was würden Sie denn machen, wenn Sie die Wahl zwischen Pest und Cholera haben?“ Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast nannte die Worte „so klar wie beleidigend und grotesk“, ihr SPD-Kollege Frank-Walter Steinmeier sprach von einer „unsäglichen Entgleisung“, mit der „die Grenzen des Erträglichen weit überschritten“ worden seien. Dehm <a href="http://www.dielinke-nds.de/" >erklärte</a> zu der „verständlichen Aufregung über einen vermeintlichen Vergleich“, er habe sich lediglich „gegen die inquisitorische Zumutung des Springerjournalisten“ gewehrt. Das ZDF habe Sätze weggekürzt, die klar gemacht hätten, dass er „gerade einen klaren Trennstrich gezogen“ habe „zwischen der Hitler-Stalin-Entscheidung damals und der Entscheidung Wulff-Gauck“. Sollten dennoch „Herr Wulff oder Herr Gauck irgendwas missverstanden haben, entschuldige ich mich natürlich in aller Form“.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="356" height="215" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/B34KUcPyaCE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="356" height="215" src="http://www.youtube.com/v/B34KUcPyaCE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Erklärungsbedarf hat man allerdings auch in der Linkspartei. Dort war die Empörung über Dehms Auftritt nicht gerade klein &#8211; wenn auch von bestimmten Strömungen keine Reaktion zu vernehmen war: Die Brandenburger Linken Kerstin Kaiser und Helmuth Markov <a href="http://www.dielinke-brandenburg.de/politik/aktuell/" >distanzierten</a> sich „in aller Form“, Dehms Äußerungen würden sich „für jeden Demokraten“ verbieten und „für einen Linken erst recht.“ Die Entschuldigung sei „gerade einmal das Mindeste, was geschehen musste“ &#8211; was nun die Frage offen lässt, was die Brandenburger noch erwartet hätten. Der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer <a href="http://www.die-linke-berlin.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/presse/artikel/hitlervergleich-ist-unsaeglich/" >sprach</a> von einer „verbalen Entgleisung“ und einer „nicht hinnehmbaren Relativierung der singulären Verbrechen des Naziregimes“. Dehm habe der Linken „schwer geschadet“. Fraktionsvize Dietmar Bartsch nannte den Vergleich „völlig inakzeptabel und absurd“, Parteichefin Gesine Lötzsch sagte, die die Erfahrung lehre „dass solche Vergleiche nie etwas bringen, nie zielführend sind“. Apropos historische Vergleiche. „Schon einmal haben die Linken in deutscher Geschichte die Sozialdemokraten mit den von ihnen favorisierten Kandidaten im Stich gelassen“, <a href="http://www.jungewelt.de/2010/07-02/018.php" >schreibt</a> Kurt Pätzold in der <em>Jungen Welt</em>. „Da schrieb man das Jahr 1925.“</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen</strong><br />
Wolfgang Gehrcke <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/wolfgang-gehrcke/soll-kraehwinkel-zum-politischen-standort-der-linken-werden" >auf freitag.de</a>: Soll „Krähwinkel“ zum politischen Standort der Linken werden?<br />
Bettina Gaus in <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/was-zur-wahl-stand-und-steht/" >in der Tageszeitung</a>: Joachim Gauck nicht gewählt zu haben war seitens der Linken kein Unfug, sondern eine Konsequenz, die sich zwingend aus den jeweiligen Standpunkten ergab.<br />
Thorsten Schäfer-Gümpel <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-linke-hat-eine-chance-verpasst/" >in der Tageszeitung</a>: Wir waren nicht auf der Suche nach einem rot-grün-roten Kandidaten<br />
Stephan Hebel <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/2806572_Kommentar-Vereint-in-der-Opferrolle.html" >in der Frankfurter Rundschau</a>: Eine Empfehlung der Spitze, Gauck zu wählen, hätte die Partei nicht &#8220;zerrissen&#8221;, sondern ihre Zerrissenheit sichtbar gemacht.<br />
Werner Pirker <a href="http://www.jungewelt.de/2010/07-02/034.php" >in der Jungen Welt</a>: Was den „verhinderten Regierungssozialisten“ zuzutrauen ist und warum der Linkspartei diese „Selbsterniedrigung (&#8230;) noch einmal erspart geblieben“ ist.<br />
Albert Scharenberg <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8086165,00.html" >auf heute.de</a>: &#8220;Rot-Grün wollte gar nicht die Stimmen der Linken&#8221;<br />
Werner Schulz <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/interview-werner-schulz" >auf zeit.de</a>: &#8220;Rot-Rot-Grün kann man sich abschminken.&#8221; (tos)</p>
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		<title>Ruinierter Maßstab</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 06:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Wer von uns wollte Herrn Gauck das vorwerfen?“, sagt Lafontaine in dem inzwischen oft zitierten Stern-Interview. Um dann nichts anderes zu tun: Der rot-grüne Kandidat habe „von der Staatssicherheit auch Privilegien erhalten“ und „sich wie andere evangelische Pfarrer mit dem System arrangiert“. Es ist der bisherige Höhepunkt einer falsch laufenden Debatte: Seit SPD und Grüne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Wer von uns wollte Herrn Gauck das vorwerfen?“, sagt Lafontaine in dem inzwischen oft zitierten <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/interview-mit-oskar-lafontaine-gauck-erhielt-privilegien-von-der-stasi-1574133.html" ><em>Stern</em>-Interview</a>. Um dann nichts anderes zu tun: Der rot-grüne Kandidat habe „von der Staatssicherheit auch Privilegien erhalten“ und „sich wie andere evangelische Pfarrer mit dem System arrangiert“. Es ist der bisherige Höhepunkt einer falsch laufenden Debatte: Seit SPD und Grüne den früheren Beauftragten für die Stasiunterlagen und erklärten Konservativen Gauck ins Rennen geschickt haben; einen Mann, der Schwarz-Gelb durcheinander bringt und eine symbolische Abgrenzung nach links darstellt, führen Spitzenlinke einen Anti-Wahlkampf, obgleich doch mit Luc Jochimsen eine eigene Bewerberin ins Rennen geschickt wurde. In besagtem <em>Stern</em>-Interview nennt Lafontaine nicht einmal deren Namen. <span id="more-11207"></span>Stattdessen werden Leute aufgezählt, mit denen sich die Linkspartei nach Meinung ihres Ex-Chefs hätte anfreunden können: der frühere CDU-Minister Klaus Töpfer oder der SPD-Wissenschafter Ernst Ulrich von Weizsäcker. In der <em>Tageszeitung</em> <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-ganze-aktion-ist-zirkus/" >erklärt</a> Gregor Gysi, warum man weder Christian Wullf noch Gauck wählen könne. Hinzu treten mehr oder weniger kategorische Absagen an ein taktisches Wahlverhalten in einem eventuellen zweiten oder dritten Durchgang. Gauck sei „nicht wählbar“, heißt es – und mancher in der Linken meint inzwischen, hier werde über Bande ein innerparteilicher Konflikt ausgetragen. „Das geht gegen Bodo Ramelow und Dietmar Bartsch.“</p>
<p>Doch zurück zum „Privilegien-Vorwurf“ gegen Gauck. Dass der erhoben wurde, als die Linksfraktion im Bundestag gerade darüber diskutierte, ob man die beiden konkurrierenden Präsidentschaftsbewerber einladen solle, hat ein paar Fragen aufgeworfen. Der <em>Spiegel</em> <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,701020,00.html" >erinnert</a> daran, dass Lafontaine erst vor wenigen Tagen Gauck als „sehr respektabel“ bezeichnet, ihn einen „hervorragenden Mann“ und „einen wirklich großartigen Menschen“ genannt hat. Nun kann man es natürlich für möglich halten, dass jemand seine Meinung ändert, vor allem, wenn die politische Lage eine andere geworden ist. Aber Gauck war ja am 6. Juni schon nominiert. Und das, was Lafontaine ihm nun vorwirft, ist viel länger bekannt &#8211; und <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17269572.html" >umstritten</a>.</p>
<p>Das Problem vor allem aber ist: Der Vorwurf gegen Gauck liegt genau auf der Linie undifferenzierten Umgangs mit DDR-Biografien, die an ihm, dem Aktenverwalter stets kritisiert wurde: dass Menschen aufgrund ihres Berufs, vor dem Hintergrund politischer Konflikte, in jeweils ganz unterschiedlichen Situationen mit der Staatssicherheit womöglich Kontakt hatten, daraus aber später eine verallgemeinerte „Wahrheit“ gemacht wurde, die einen realistischen Blick zurück, eine indiciduelle Wertung nicht mehr zulässt. Richtig ist: Daran, dass es so ist, hat auch Gauck gehörigen Anteil. Aber gleiches mit gleichem vergelten? Den Spieß einfach umdrehen? „Wir müssen bei einer differenzierten Aufarbeitung der DDR-Geschichte bleiben“, hat Gregor Gysi in der <em>Tageszeitung</em> <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-ganze-aktion-ist-zirkus/" >erklärt</a>. Wäre es dann nicht auch geboten gewesen, mitzuteilen, dass Gauck die „Privilegien“ von der Staatssicherheit „als Vorleistung, als vertrauensbildende Maßnahme“ erhalten hat, „um ihn auf eine Werbung als Inoffiziellen Mitarbeiter vorzubereiten“, wie ein früherer Stasi-Oberst in der <em>Jungen Welt</em> <a href="http://www.jungewelt.de/2010/06-08/050.php" >berichtete</a>?</p>
<p>Mag ja sein, dass Christian Wulff sowieso im ersten Durchgang die nötige Stimmenzahl erreicht; dass es politisch derzeit gar keinen Anlass gibt, über rot-rot-grüne „Hebel“ und „Signale“ nachzudenken; dass die eigentlichen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ohnehin woanders geführt werden müssen und die Bühne des Präsidentschaftswahlkampf zuallererst dafür da ist, die Debatte um gesellschaftliche Alternativen populär zu machen. Linkspolitiker haben wichtige Kritik an Gaucks Haltung zu Krieg, Sparpaket, Freiheitsbegriff und so weiter geäußert. In der Öffentlichkeit spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle. Die Linkspartei hat zu Recht immer wieder kritisiert, dass ihr 20 Jahre nach der Wende die Vergangenheit vorgehalten wird – statt mit ihr über jene Themen zu streiten, welche die Menschen hier und jetzt interessieren. Diesen Maßstab für die politische Auseinandersetzung hat man mit dem „Privilegien-Vorwurf“ gegen Gauck nun selbst ein Stück ruiniert. (tos)</p>
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		<title>Gauck, Dahn, Lafontaine</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 15:19:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine echte Dreicksbeziehung: Spiegel online hat mit Jochim Gauck über die Linkspartei geredet, Oskar Lafontaine mit dem Stern über Joachim Gauck gesprochen. In beiden Gesprächen spielt ein Text von Daniela Dahn aus der Süddeutschen eine nicht unwichtige Rolle. Lafontaine teilt „die Auffassung des Willy-Brandt-Kreises der SPD“, dass die Gauck-Behörde „für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte ungeeignet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine echte Dreicksbeziehung: <em>Spiegel online</em> hat mit Jochim Gauck über die Linkspartei <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700661-2,00.html" >geredet</a>, Oskar Lafontaine mit dem <em>Stern</em> über Joachim Gauck <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/interview-mit-oskar-lafontaine-gauck-erhielt-privilegien-von-der-stasi-1574133.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rss-feed&amp;utm_campaign=alle" >gesprochen</a>. In beiden Gesprächen spielt ein <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510" >Text</a> von Daniela Dahn aus der Süddeutschen eine nicht unwichtige Rolle. Lafontaine teilt „die Auffassung des Willy-Brandt-Kreises der SPD“, dass die Gauck-Behörde „für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte ungeeignet war“, heißt es im <em>Stern</em>. Darauf hatte Daniela Dahn in der vergangenen Woche in der <em>Süddeutschen</em> hingewiesen – die Erklärung stammt übrigens von 2005. Auf <em>Spiegel online</em> reagiert wiederum Gauck auf den Dahn-Text. Und zwar ziemlich angefasst. Dahn hatte auf Passagen aus einem Gauck-Beitrag zum <em>Schwarzbuch des Kommunismus </em>verwiesen und festgestellt, dass der Ex-Bürgerrechtler sich darin nicht von Äußerungen distanziert habe, welche die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze als „Unrecht“ ablehnten. Das war 1998. Nunmehr Präsidentenkandidat sagt Gauck dazu: &#8220;Aus einem Bericht über Lebensgefühle der Damaligen leitet Frau Dahn die Auffassung des heutigen Joachim Gauck ab. Ich empfinde das als infam. Wenn das von eingefleischten Parteikadern käme – ich könnte damit leben. Aber die als Intellektuelle geltende Dahn erwähnt Zitate von mir, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Das ist nicht zu akzeptieren, weder menschlich noch intellektuell.“ (tos)</p>
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		<title>Definitiv nicht</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 05:33:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Wochen vor der Neuwahl des Bundespräsidenten ziehen führende Linke rote Linien: Oskar Lafontaine beantwortete von Saarbrücken aus die Frage, ob die Vertreter der Partei in der Bundesversammlung Joachim Gauck „im zweiten oder dritten Wahlgang unterstützen. Nein, das werden wir definitiv nicht.“ Auch Fraktionschef Gregor Gysi hält das „für ausgeschlossen“. Und Parteivize Katja Kipping meint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Wochen vor der Neuwahl des Bundespräsidenten ziehen führende Linke rote Linien: Oskar Lafontaine <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/politik/Die-Linke-kann-Gauck-nicht-mitwaehlen;art2815,3322951" >beantwortete</a> von Saarbrücken aus die Frage, ob die Vertreter der Partei in der Bundesversammlung Joachim Gauck „im zweiten oder dritten Wahlgang unterstützen. Nein, das werden wir definitiv nicht.“ Auch Fraktionschef Gregor Gysi <a href="http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/gysi-schliesst-unterstuetzung-gaucks-796393.html" >hält das</a> „für ausgeschlossen“. Und Parteivize Katja Kipping <a href="http://www.faz.net/s/Rub9F8AFB0E023642BAAB29EA1AEF2A9296/Doc~EFC533243561A4B27AF45FDAE6A1E6B7A~ATpl~Ecommon~Scontent.html" >meint</a> mit Blick auf die schwarz-gelbe Mehrheit, die Mathematik sei „unbestechlich“, Christian Wulff werde „im ersten Wahlgang die sichere Mehrheit“ erhalten. Man kann da nach der koalitionären Krisen-Kakophonie des Wochenendes skeptischer sein. Und gespannt darauf, ob sich nicht noch jene in der Linkspartei offensiver zu Wort melden, die eine taktische Neubestimmung des Wahlverhaltens in der Bundesversammlung für sinnvoll halten. (vk)</p>
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		<title>Doppelter Oskar</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 10:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blätter für deutsche und internationale Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[
In der neuen Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale
Politik ist von Oliver Nachtwey ein längeres Porträt des abgetretenen Linkspartei-Vorsitzenden erschienen, auf das wir hier schon aus Namensgründen hinweisen wollen: „Der Unvollendete“. Es ist ein Streifzug durch die politische Biografie des Saarländers, die über alle offensichtlichen Brüche hinweg auch die Kontinuitäten in den Blick zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-7.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-10740" style="margin-bottom: 10px; margin-right: 200px;" title="Bild 7" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-7-300x52.png" alt="Bild 7" width="300" height="52" /></a></p>
<p>In der neuen <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/juni" >Ausgabe</a> der <em>Blätter für deutsche und internationale<br />
Politik</em> ist von Oliver Nachtwey ein längeres Porträt des abgetretenen Linkspartei-Vorsitzenden erschienen, auf das wir hier schon aus Namensgründen hinweisen wollen: „Der Unvollendete“. Es ist ein <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/juni/oskar-lafontaine-der-unvollendete" >Streifzug</a> durch die politische Biografie des Saarländers, die über alle offensichtlichen Brüche hinweg auch die Kontinuitäten in den Blick zu nehmen versucht (und derzeit für Nicht-Abonennten zwei Euro kostet). Empfehlenswert ist es, vorher noch einen 20 Jahre alten <a href="http://www.blaetter.de/sites/default/files/downloads/zurueck/zurueckgeblaettert_201006.pdf" >Aufsatz</a> über den damaligen SPD-Spitzenkandidaten aus den Blättern von Heinz Thüer zu lesen: „Der Herausforderer“. Den gibt es immerhin kostenlos. (vk)</p>
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		<title>Wir bleiben die Partei, die für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie steht</title>
		<link>http://thomasmitsch.wordpress.com/2010/05/16/wir-bleiben-die-partei-die-fur-frieden-soziale-gerechtigkeit-und-demokratie-steht/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 08:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Mitsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Linkeblogs]]></category>
		<category><![CDATA[2. Bundesparteitag Die Linke Rostock]]></category>
		<category><![CDATA[DIE LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[rote reporter]]></category>

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		<description><![CDATA[Rede von Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Partei DIE LINKE (2. Bundesparteitag) Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Gruß gilt zunächst den Gästen unseres Parteitages. Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, als wir vor fünf Jahren nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen uns gemeinsam auf den Weg machten, die neue Linke in Deutschland auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=thomasmitsch.wordpress.com&#38;blog=2597715&#38;post=2932&#38;subd=thomasmitsch&#38;ref=&#38;feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2933" class="wp-caption aligncenter" style="width: 170px"><a href="http://thomasmitsch.files.wordpress.com/2010/05/oskar-lafontaine.jpg"><img class="size-full wp-image-2933" title="Oskar Lafontaine" src="http://thomasmitsch.files.wordpress.com/2010/05/oskar-lafontaine.jpg?w=160&#038;h=200" alt="Oskar Lafontaine" width="160" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Oskar Lafontaine</p></div>
<div id="attachment_2934" class="wp-caption aligncenter" style="width: 250px"><a href="http://thomasmitsch.files.wordpress.com/2010/05/die-linke-logo24.gif"><img class="size-full wp-image-2934" title="Die Linke." src="http://thomasmitsch.files.wordpress.com/2010/05/die-linke-logo24.gif?w=240&#038;h=75" alt="Die Linke." width="240" height="75" /></a><p class="wp-caption-text">Die Linke.</p></div>
<p><strong>Rede von Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Partei DIE LINKE (2. Bundesparteitag)</strong></p>
<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Gruß gilt zunächst den Gästen unseres Parteitages.</p>
<p>Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, als wir vor fünf Jahren nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen uns gemeinsam auf den Weg machten, die neue Linke in Deutschland auf den Weg zu bringen, konnte niemand von uns wissen, was daraus werden würde. Heute können wir sagen: Wir haben das 5-Parteien-System in der Bundesrepublik Deutschland etabliert. Wir sind die erfolgreichste Parteiengründung in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg. Wir sind mittlerweile in 13 Landtagen wie die Grünen vertreten, und wir sind im Bundestag stärker, obwohl man das medial nie so ganz merkt. Aber ich sage es einmal: Wir sind stärker als Grüne und CSU.</p>
<p><a href="http://die-linke.de/partei/organe/parteitage/2_parteitag/reden/wir_bleiben_die_partei_die_fuer_frieden_soziale_gerechtigkeit_und_demokratie_steht/">die ganze Rede</a></p>
<br />Eingetragen unter:<a href='http://thomasmitsch.wordpress.com/category/lesenswert/'>Lesenswert</a>, <a href='http://thomasmitsch.wordpress.com/category/rote-reporter/'>rote reporter</a> Tagged: <a href='http://thomasmitsch.wordpress.com/tag/2-bundesparteitag-die-linke-rostock/'>2. Bundesparteitag Die Linke Rostock</a>, <a href='http://thomasmitsch.wordpress.com/tag/die-linke/'>Die Linke.</a>, <a href='http://thomasmitsch.wordpress.com/tag/oskar-lafontaine/'>Oskar Lafontaine</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/thomasmitsch.wordpress.com/2932/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/thomasmitsch.wordpress.com/2932/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/thomasmitsch.wordpress.com/2932/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/thomasmitsch.wordpress.com/2932/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/thomasmitsch.wordpress.com/2932/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/thomasmitsch.wordpress.com/2932/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/thomasmitsch.wordpress.com/2932/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/thomasmitsch.wordpress.com/2932/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/thomasmitsch.wordpress.com/2932/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/thomasmitsch.wordpress.com/2932/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=thomasmitsch.wordpress.com&blog=2597715&post=2932&subd=thomasmitsch&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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