Angesichts steigender Preise für Schulessen infolge einer Erhebung der Umsatzsteuer erklärt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Das ist ein Skandal und Beleg für eine zutiefst ungerechte Politik.“
Die so genannte Neuausrichtung der Mehrwertsteuersätze für Speisen und Getränke durch die schwarz-gelbe Koalition wird zu einer deutlichen Verteuerung von Schulessen führen, weil bei ausgeteiltem Essen neuerdings der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und nicht mehr der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent veranschlagt wird.
„Dies ist ein erneutes Beispiel schamloser Klientelpolitik. Die Günstlingswirtschaft nimmt immer schlimmere Formen an. Offenkundig werden jetzt Eltern für Steuergeschenke an Hotelimmobilienbesitzer zur Kasse gebeten“, kommentiert Ramelow die asoziale Ausrichtung schwarz-gelber Politik. Während Hotelbesitzer mit dem von der FDP initiierten gesenkten Mehrwertsteuersatz beschenkt wurden, „müssen jetzt wohl Eltern entweder Spenden für die FDP sammeln, damit die Steuersätze für Schulessen korrigiert werden, oder so lange erhöhte Sätze zahlen, bis Steuerpräsente an Großverdiener nicht mehr zu Buche schlagen“, sagt Ramelow mit Blick auf die Großspenden für die FDP aus dem Hotel- und Wirtschaftsbereich.
„Wenn sich der Staat steuertreibend und preistreibend an der Zukunft von Kindern vergeht, wird der Irrwitz verfehlter und asozialer Politik auf die Spitze getrieben. Wenn vor der Schule ein Bratwurststand Fast Food mit geringerer Mehrwertsteuer verkauft, in der Schule das Essen aber voll besteuert wird, ist das Ausdruck kollektiver Verantwortungslosigkeit der Berliner Regierungsriege“, sagt Ramelow und fordert einen sofortigen Stopp der Regelungen. Gekochtes Schulessen müsse komplett steuerfrei gestellt werden.
