Lafontaine – deja vu?

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Lafontaine äüssert sich im Interview mit dem Tagesspiegel zur SPD und den Konflikten in der LINKEN

Bezeichnend daran wie sehr sich die Konflikte der SPD vor dem Regierungswechsel unter Schröder und die Zustände in der LINKEN ähneln.

Dazu eine Passage aus Oskars Rede auf dem Mannheimer Parteitag der SPD 1995 (vor dem Sturz von Scharping und natürlich vor dem Vertrauensbruch zu Schröder)

Lafontaine 1995:

“Wir haben bei den Sachaussagen wieder klare Vorschläge gemacht. Da wir viel darüber diskutiert haben, warum wir einige Schwierigkeiten haben, möchte ich eine Mahnung aufgreifen und sie um eine weitere ergänzen. Die richtige Mahnung des Parteivorsitzenden ist, daß wir das persönliche Miteinander so handhaben müssen, daß man das, was man einander nicht ins Gesicht sagen kann, auch nicht im Hintergrundgespräch Journalistinnen und Journalisten anvertrauen sollte.

Die zweite Regel, die wir beherzigen müssen, hat etwas mit unseren Anträgen und mit unseren Entscheidungen zu tun. Wenn wir hier lange debattiert haben und wenn wir klare Entscheidungen getroffen haben, dann ist es kein guter Stil, wenn diejenigen, die bei den Entscheidungen unterlegen sind, in Hintergrundgesprächen oder öffentlich die Mehrheit als nicht regierungsfähig diskreditieren. Das müssen wir uns genauso abschminken.”

Auszug aus dem Interview des Chefs der Linksfraktion im Saarland/August 2010:

Lafontaine 2010:

“Wir dringen mit den besten Vorschlägen nicht durch. Auch einige unserer Landesverbände müssen ihre Streitigkeiten überwinden und sich auf die Sacharbeit konzentrieren. Dazu kommt, dass einige wenige unserer Mitglieder die Partei oder unsere führenden Politiker regelmäßig öffentlich kritisieren, statt mit inhaltlichen Vorschlägen zu glänzen, die unsere Wähler überzeugen würden. In den Medien werden diese Mitglieder Reformer genannt. Das ist erstaunlich, da mir kein einziger Reformvorschlag dieser Personengruppe bekannt wurde.”

Das vollständige Interview gibt es hier

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Argumente zur Programmdebatte

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Macht Politik – Den Erfolg in RLP nicht gefährden

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Der Bundessprecherinnenrat der Sozialistischen Linken erklärt zu den Kontroversen innerhalb der LINKEN Rheinland-Pfalz

Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz haben große Bedeutung. Rot-Grün versucht mit tatkräftiger Unterstützung der Medien DIE LINKE bzw. eine glaubwürdige Alternative zum Sozialabbau der Bundesregierung zu schwächen. Ein Misserfolg bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz würde unsere Partei einer großen Belastung aussetzen.

Wir appellieren an alle Kräfte der LINKEN Rheinland-Pfalz ihrer Verantwortung für einen erfolgreichen Wahlkampf zu entsprechen. Wir haben Verständnis für die Enttäuschung einzelner Mitglieder über die regionale Zusammensetzung der Wahlliste. Die demokratische Entscheidung des Landesparteitages ist jedoch zu respektieren.

DIE LINKE Rheinland-Pfalz sollte die Chance des gemeinsamen Wahlkampfes nutzen und unter Vermittlung der Parteiführung eine personelle Erneuerung einleiten, die allen Kräften in der Partei eine aktive politische Arbeit ermöglicht. Unsere Mitglieder haben Anspruch auf einen Landesverband der politische Arbeit fördert und nicht durch personelle Querelen erstickt.

Eine Urabstimmung über die Trennung von Amt und Mandat in der heißen Wahlkampfphase lehnen wir ab. Es ist nicht einsichtig, warum Akteure, die kürzlich selbst noch Amt und Mandat auf sich vereinigten, nun eine solche Debatte vom Zaun brechen.

Die Auseinandersetzungen in der LINKEN Rheinland-Pfalz haben ihre Ursache nicht im Konflikt verschiedener Strömungen der Partei. Die Sozialistische Linke ruft alle rheinland-pfälzischen Akteure dazu auf, öffentliche und parteischädigende Wortmeldungen zu unterlassen und den Wahlkampf aktiv zu unterstützen.

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Geheimsache Loveparade

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Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland (CDU), verantwortlich für die Genehmigung der Duisburger Love Parade, hat dem Duisburger Blog xtra-news ein Strafgeld von 250.000 EURO für die Veröffentlichung eines Anhangs zu einem Gutachten der Stadt Duisburg angedroht. Er befürchtet dass der Öffentlichkeit bekannt wird, dass er politische Verantwortung für die Toten von Duisburg trägt. DIE LINKE hat eine Amtsenthebung beantragt.

Dieser Anhang wurde der Öffentlichkeit durch Sauerland im Unterschied zum Rest des Gutachtens vorenthalten.

Indymedia hat den Anhang nun hochgeladen, auch Wikieleaks diskutiert eine Veröffentlichung und xtranews bittet um Spenden, um den Streitwert zu stemmen.

Verbreitet den Link weiter.

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Die Spiegel-Affäre

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Hinweis:

Der nachfolgende Artikel von Hans Peter-Schütz wurde NICHT im STERN veröffentlicht. Hans Peter Schütz betreibt eine Kolumne auf Stern.de

Flugaffäre” Klaus Ernst: Wie kam der SPIEGEL an die Daten von Klaus Ernst?

Minutiös zeichnete der “Spiegel” im Mai die Aktivitäten des Linkspartei-Chefs Klaus Ernst nach – und erhob den Vorwurf, er habe Flüge zu Unrecht auf Steuerzahlerkosten abgerechnet. Aber woher hatte das Magazin die Daten?

Zwischen dem “Spiegel” und der Linkspartei herrscht dicke Luft. Wieder einmal. Im vergangenen Jahr hatte das Nachrichtenmagazin eine angebliche Affäre Oskar Lafontaines öffentlich gemacht. Diesmal geht es um Klaus Ernst, Lafontaines Nachfolger im Parteivorsitz. Detailliert zeichnete das Magazin im Mai die Aktivitäten Ernsts nach und warf ihm vor, Flüge zu Unrecht über den Bundestag abgerechnet zu haben.

Seitdem treibt Ernst die Frage um, woher der “Spiegel” eigentlich so genau wusste, welche Reiseziele er hatte. Sein Verdacht: Redakteure des Magazins hätten illegal auf seinen elektronischen Terminkalender zugegriffen und seine gesamten Termine als Bundestagsabgeordneter ausgespäht. Der “Spiegel” weist diesen Vorwurf auf Anfrage strikt zurück. Frank Hornig, verantwortlich im Berliner  ”Spiegel”-Büro für die Berichterstattung über Ernst: “Wir sind nicht in den Computer von Klaus Ernst eingedrungen.”

Tatsächlich führte Ernst seinen Terminkalender nicht auf seinem Computer, sondern auf einer passwortgeschützten – und inzwischen stillgelegten – Website namens keinefreizeit.de. In der Statistik der Site, die jeden Zugriff verzeichnet, wird im Mai 2010 zwei Mal der Server “igate.spiegel.de” genannt. Dieser Server ist unter dem Spiegel-Verlag in Hamburg registriert. Was Ernst irritiert: Dass das Magazin am 22. Mai erstmals den Verdacht thematisiert hat, der “Vielflieger” und Porsche-Fahrer Ernst könnte bei seinen Reisen gemogelt haben, um sich die Kosten beim Steuerzahler wieder zu holen. Der “Spiegel” berief sich auf “interne Unterlagen”, die ihm vorlägen.

Die Daten der “internen Unterlagen” wiederum decken sich wortwörtlich mit den Eintragungen in Ernsts Kalender. Ein Beispiel. Das Blatt schreibt über einen Flug von Ernst nach Frankfurt am 13. Dezember 2009: “Am Morgen [...] ließ er sich von der Fahrbereitschaft des Bundestags zum Flughafen Tegel kutschieren. Abflug um 8.40 Uhr nach Frankfurt am Main. Um 10.15 Uhr begann die Aufsichtsratssitzung der SKF GmbH im Raum ‘Rom’ im Airportclub des Airport Conference Center.” Genau so ist der Termin auch in Ernsts Kalender. Die Wortgleichheit lässt sich laut Ernst auch noch an anderen Stellen belegen. Etwa bei einem Termin am 17. März 2009, über den sowohl der “Spiegel” als auch Ernsts Kalender übereinstimmend berichten, “Parteichef Bisky hat zu einer vertraulichen Runde ins Lokal Habel Weinkultur gebeten”.

Wie die Daten von A nach B kamen – auf diese Frage gibt es allerdings verschiedene denkbare Antworten. Möglich ist,  dass der Terminkalender mit dem richtigen Passwort geöffnet wurde. Das Passwort ist den engsten Mitarbeitern von Ernst in Partei, Fraktion und Wahlkreis bekannt. Vielleicht wurde dem “Spiegel” der Code zugespielt. Vielleicht wurde auch einer eine elektronische Kopie des Kalenders gezogen und weitergereicht. Das Motiv für eine solche Tat liegt auf der Hand: Um die Berufung von Ernst zum Parteichef  gibt es parteiintern heftige Diskussionen. Vor allem die Genossen in den ostdeutschen Landesverbänden der Linken stören sich heftig daran, dass er zu seiner Abgeordneten-Diät (7668 Euro) noch 3500 Euro im Monat zusätzlich von der Partei bekommt und zudem als Mitglied des Fraktionsvorstands eine Zulage von 1913 Euro. (Siehe <i>stern.de<i>: <link adr=”http://www.stern.de/politik/deutschland/das-gehalt-des-linkspartei-chefs-ist-ernst-ein-raffke-oder-nicht-1589370.html“> Ist Ernst ein “Raffke” oder nicht?<link>)

Vor dem Hintergrund des Verdachts, dass der Spiegel Zugriff auf seinen elektronischen Terminkalender gehabt haben könnte, hat Ernst seinen Parteifreund Wolfgang Nešković um eine rechtliche Beurteilung des Vorgangs gebeten. Nešković  war bis Juni 2010 stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestags und rechtspolitischer Sprecher der Linksfraktion. Er sitzt im Parlamentarischen Kontrollgremium und war früher Richter am Bundesgerichtshof.

Der rechtliche Vermerk dieses Experten kommt zu dem Ergebnis: “Gegen Mitarbeiter des Spiegels könnte ein Anfangsverdacht bestehen, sich wegen des Ausspähens von Daten gem. §202a StGB strafbar gemacht zu haben, indem sie sich Zugriff auf den Terminkalender von Klaus Ernst verschafften.” Daten-Spionage, die mit Überwindung der Zugangssicherung sich unberechtigten Zugriff verschafft, wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft.

Bei den von Ernst auf seinem Terminkalender gespeicherten Daten, so Nešković, handele es sich eindeutig um Daten, auf die der Paragraph 202a zutreffe. Sie seien schließlich durch ein Passwort gesichert gewesen. Dadurch, dass die Aufruf-Statstik eine dem Spiegel zuzurechnende IP-Adresse aufweise, “liegen tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass Mitarbeiter des Spiegel sich Zugang zu den Daten verschafft haben.”

Wichtig allerdings ist aus der Sicht des Ex-Bundesrichters, ob der Zugriff durch Hacking erfolgte oder aber gelang, weil der “Spiegel” das Passwort kannte. Letzteres würde den gesetzlichen Zugangschutz aufheben. Für die Klärung dieser Frage müsse die Staatsanwaltschaft ermitteln. Die Mitarbeiter von Ernst in Fraktion, Bundestag und Wahlkreisbüro erklären geschlossen, dass sie das Passwort nicht weitergegeben haben. Zugriffe von Hackern, die sich das richtige Passwort “erschleichen”,  könnten allerdings ebenfalls strafrechtlich relevant sein.

Der Experte weist indes auch darauf hin, “dass die Veröffentlichung der Terminplanung einer Person der Zeitgeschichte [was Ernst zweifellos ist, Red.] nicht rechtswidrig ist.” Was ein Abgeordneter wann und wo gemacht hat, darf berichtet werden. Offen ist dabei, wieweit rechtswidrig erlangte Informationen verwertet werden dürfen. Geprüft wird dann die Frage, ob der Informationswert der Daten gewichtiger ist als die durch die Beschaffung begangene Rechtsverletzung.

Konkret: Dies könnte der Fall sein, wenn die Berliner Staatsanwaltschaft Ernst tatsächlich nachweisen würde, dass er sich bei seinen Reiseabrechnungen über den Bundestag des Betrugs und Untreue schuldig gemacht hätte. Dies würde die – Veröffentlichung im öffentlichen Interesse rechtfertigen. Nešković warnt: Bei dieser Abwägungsfrage ist tendenziell davon auszugehen, dass sie zugunsten des öffentlichen Interesses ausgehen würde.  ”.

An diesem Punkt kommt ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags ins juristische Spiel. Nirgendwo ist festgelegt, welche Aktivitäten eigentlich zur Ausübung des Mandats bei einem Abgeordneten gehören und welche nicht. Für den Bundestag umfasst die Ausübung des Mandats “begrifflich alle Tätigkeiten…, die aus dem Abgeordnetenstatus folgen”. Auf Staatskosten darf der Abgeordnete allerdings nicht reisen zu Aktionen, bei denen “ein Abgeordneter funktional nicht als Abgeordneter handelt”. Wie die Sphären voneinander abzugrenzen seien und nachzuweisen, dass kein Mandatsbezug bestehe, sei “schwierig.” Hinzu kommt, dass Mandatsbezug “auch in Mischfällen zu bejahen sei”.

Beispiel: Ernst besuchte am 9. September 2009 die ZF Sachs AG in Friedrichshafen am Bodensee, bei der Ernst im Aufsichtsrat sitzt. Sie operiert unter dem Dach der ZF Friedrichhafen AG als einer der größten deutschen Autozulieferer. Mit am Tisch bei einer Aufsichtsratssitzung saß Hans-Georg Härter, Boss des Gesamtkonzerns. Zentrales Gesprächsthema der Sitzung war die Abwrackprämie, ihr Wegfall und die Auswirkungen auf die Autoindustrie insgesamt. Gesprochen wurde auch über die Krisensituation der Lkw-Branche.

Wie aus höchsten Konzernkreisen bestätigt wird, kam es zu einem intensiven, per Protokoll belegten längeren Dialog zwischen Härter und Ernst, bei dem Ernst aufgefordert wurde, in Berlin politisch zu handeln. Die unterschiedlichen Effekte der Abwrackprämie auf einzelne Hersteller und Lieferanten seien von der Politik bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden. Es sei zu befürchten, dass vornehmlich Kleinwagen-Produzenten profitierten.

Für den “Spiegel” jedoch war der Flug nach Friedrichshafen, wo der Aufsichtsrat im Forschungs- und Entwicklungszentrum tagte, ein “fragwürdiger Trip.” Vom Bodensee sei Ernst gegen 18 Uhr nach Berlin zurück geflogen, um an der Eröffnung des Oktoberfestes am Roten Rathaus in Berlin teilzunehmen, zu er sich angemeldet habe.

Für den Linksparteichef war das Gespräch in Friedrichhafen  ”natürlich intensiv mandatsbezogen”. Und beim Oktoberfest sei er überhaupt nicht gewesen. Das sei lediglich in seinem Terminkalender vorgemerkt gewesen. Dass er nie die Absicht gehabt habe, hinzugehen, habe der “Spiegel” natürlich nicht wissen können.

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Porsche Klaus im Sommerloch

Ein Beitrag von Spiegelfechter, einem der scharfsinnigsten Blogger in Deutschland, zur Debatte um Klaus Ernst

Der Beitrag wurde übernommen von http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3804/porsche-klaus-im-sommerloch

Porsche Klaus im Sommerloch

Ei der Daus! Da gibt es doch tatsächlich einen linken Parteivorsitzenden, der Porsche fährt, Geld verdient und eine Almhütte in Österreich gepachtet hat! Wasser predigen und Wein saufen, so was geht aber nun wirklich nicht. Dabei wissen wir gutgläubigen Medienkonsumenten doch, dass so ein linker Kommunist in der Platte wohnen, seine privaten Reisen mit dem Sozialticket des ÖPNV unternehmen und seinen Urlaub – wenn überhaupt! – auf einem Campingplatz in der Nähe von Bitterfeld verbringen muss. Wer gegen Armut ankämpft, muss selbst arm sein – alles andere sprengt schließlich unser kleinbürgerliches Weltbild.

Wir sind empört!

Klaus Ernst, so liest man in der BILD, verdient 17.050 Euro pro Monat – 7.668 Euro Diäten als Bundestagsabgeordneter, 3.500 Euro als Parteivorsitzender, 1.913 Euro als Mitglied des Fraktionsvorstands und zusätzlich bekommt er auch noch eine steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 3.969 Euro. Diese Rechnung würde natürlich jedem Milchmädchen alle Ehren machen. Die Kostenpauschale ist schließlich kein Bestandteil des Einkommens, sondern ein Zuschuss für Auslagen, die einem Abgeordneten entstehen, wie beispielsweise das Büro im Wahlkreis oder die Kosten für Mitarbeiter. Blieben 13.081 Euro brutto, was bei Steuerklasse 1 und schlechtem Steuerberater rund 7.000 Euro netto sind. Für dieses Gehalt würde nicht nur so mancher Chefarzt, sondern auch fast jeder Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebs noch nicht einmal aufstehen. Aber das zählt nicht, schließlich wollen wir uns ja empören. Und nun sind wir doch alle einmal so richtig empört! Ein Linker, der mehr verdient als ein Redaktionsassistent bei der BILD? Das ist wahrlich empörend!

Links sein = Arm sein?

Aber wer sagt eigentlich, dass ein „Linker“ selbst arm sein und allem Weltlichen abschwören muss? Ist die Linke etwa ein Bettelorden? Darf man nur dann linke Positionen vertreten, wenn man sich in Sack und Asche hüllt? Wann darf man eigentlich neoliberale Positionen vertreten? Muss ein FDP-Abgeordneter mindestens 100.000 Euro pro Jahr bei seinen Nebentätigkeiten verdienen, um glaubwürdig zu sein? Karl Marx war Angehöriger des Bildungsbürgertums, Friedrich Engels, Ferdinand Lassalle, Lenin, Che Guevara und Fidel Castro waren sogar waschechte Großbürger. Wer käme auf die Idee, ihnen ihre „linke Gesinnung“ qua Klassenzugehörigkeit postum abzusprechen?

Es scheint jedoch bei der bürgerlichen Presse eine Art Beißreflex gegen „linke“ Politiker zu geben, die den Annehmlichkeiten eines ordentlichen Einkommens nicht abgeneigt sind. Was musste sich Oskar Lafontaine schon anhören, weil er in einem stattlichen Haus lebt. Sogar Deutschbanker Ackermann erdummdreistete sich einst,Lafontaines Wohnstätte öffentlichkeitswirksam zu instrumentalisieren. Und wer kann sich nicht mehr an die künstliche Empörung erinnern, die zelebriert wurde, als herauskam, das Sahra Wagenknecht in einem Restaurant Hummer aß! Hummer! Unglaublich! Dürfen linke Politiker etwa nur Steckrüben essen?

Porsche-Klaus

Klaus Ernst muss sich nun rechtfertigen. Das will die selbstgerechte Pressemeute so. Warum fährt er einen Porsche? Warum sollte er keinen Porsche fahren, zumal sein 911er über 10 Jahre alt und nach eigenem Bekunden ein Kindheitstraum ist? „Porsche-Klaus“ (Süddeutsche) kommentiert die Vorwürfe lakonisch mit dem Satz: „Es gehört zur historischen Wahrheit, dass der Porsche dem Trabant überlegen ist.“ Wer könnte diese Aussage bestreiten? Momentan klafft im Blätterwald allerdings das Sommerloch und „Champagner-Sozialisten“ (WELT) sind nun einmal immer für eine Schlagzeile gut.

Dann wird man Ernst, der vor seinem Mandat als Gewerkschaftsfunktionär nicht unbedingt zu den Niedriglöhnern zählte, denn auch gleich sein „Anwesen in den Alpen“ (BILD) vorgeworfen. Dieses Anwesen ist eine 300 Jahre alte Almhütte ohne Strom und Zufahrt, die Ernst zusammen mit Freunden seit 22 Jahren gepachtet hat und in der er seinen Sommerurlaub verbringt. Was ist daran verwerflich? Nichts, aber darum geht es nicht.

Mit dem linken Auge sieht man auch nicht besser

Parteikader aus dem Osten werfen Ernst ferner vor, dass er sich von der Partei “alimentieren” lässt, da er – anders als die Co-Parteivorsitzende Gesine Lötzsch – 3.500 Euro als Parteivorsitzender bekommt. Lötzsch verzichtet auf dieses Zusatzgehalt jedoch nicht etwa deshalb, weil sie so bescheiden ist, sondern weil sie als beurlaubte Universitätsangestellte kein Zusatzeinkommen neben ihren Diäten beziehen darf, ohne ihr Recht auf eine Rückkehr in ihren alten Posten zu verspielen. Auch Oskar Lafontaine verzichtete auf das Zusatzgehalt der Partei. Nicht verzichten wollte indes Lothar Bisky. Er kassierte die 3.500 Euro neben seinen überaus üppigen Bezügen als Fraktionsvorsitzender im Europaparlament, die sich auf rund 22.000 Euro pro Monat summieren dürften. Doch der ostdeutsche Bisky scheint innerhalb der Partei sakrosankt zu sein. Das gilt aber nicht für Ernst, der auch nur mit 74,9% der Stimmen zum Parteivorsitzenden gewählt wurde und als westdeutscher Gewerkschafter ohnehin bei vielen Ostgenossen unbeliebt ist.

Die Heckenschützen in den Reihen der Linken verrichten ihre Arbeit mit großem Erfolg. Ist die NPD von verdeckten Mitarbeitern des Verfassungsschutzes infiltriert, so scheint es, als sei die Linkspartei mit verdeckten Mitarbeitern des SPIEGELS durchsetzt. Liest man dieses Magazin, so könnte man glatt glauben, die gesamte Parteibasis würde nun Ernsts Kopf fordern. Wer mag dem SPIEGEL verdenken, dass er dieses von ihm geschaffene Sommerlochtheater auch noch lakonisch und selbstgerecht kommentiert? Warum schießen sich SPIEGEL und Co. jedoch auf Ernst ein und verschweigen die Einkommenssituation anderer Spitzenpolitiker? Diese Frage ist natürlich rein rhetorischer Natur.

In guter Gesellschaft

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel besteht beispielsweise darauf, von seiner Partei einen Aufstocker zu bekommen, mit dem er sein altes Ministergehalt erreicht – 19.977 Euro pro Monat. Die gleiche Gehaltsforderung konnten auch die Fraktionsvorsitzenden von FDP und CDU, Birgit Homberger und Volker Kauder, durchsetzen.

Den Vogel schoss allerdings niemand anderes als Guido Westerwelle ab – bevor er Außenminister wurde, ließ er sich als Partei- und Fraktionschef seine Diäten von der Partei verdoppeln. Das ist natürlich weder anrüchig noch unanständig. Anrüchig und unanständig sind jedoch Westerwelles Nebeneinkünfte. Als „Redner“ hielt er in der letzten Legislaturperiode ganze 35 Vorträge bei Banken, Versicherungen und Unternehmen, die mit mehr als 7.000 Euro pro Vortrag vergütet wurden. Wie hoch Westerwelles Nebeneinkünfte aus der freien Wirtschaft sind, wissen nur er selbst und sein Steuerberater. Vielleicht war es nur das rechnerische Minimum von 270.000 Euro, vielleicht war es auch deutlich mehr als eine Million. Aber das interessiert die freie Presse nicht, schließlich fährt Guido ein kunterbuntes Guidomobil und keinen Porsche – und „links“ ist er auch nicht.

Jens Berger

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Heimatfilm Teil II

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Ein lesenswerter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum Heimatfilm um Klaus Ernst sowie die Erklärung der Sozialistischen Linken zur Kampagne gegen Klaus Ernst

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Polit-Porno um Klaus Ernst

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Die Kampagne gegen den Parteivorsitzenden der LINKEN geht weiter:

Neuer Skandal: Die Almhütte vor der Klaus Ernst sein ZDF-Sommerinterview gab sei gar nicht seine Almhütte (”Luxus-Linker Ernst zeigte falsche Alm-Hütte”). Die echte Ernst-Hütte sei größer. Klaus Ernst habe es wohl abgelehnt sein privates Domizil im Fernsehen zu zeigen.

Das ist in der Tat eine Unverschämtheit, dass sich der gute Klaus nicht ins Schlafzimmer blicken lässt. Aber es erlaubt Einblicke in den Focus. Der Herausgeber des Focus war nicht umsonst einmal in der Porno-Industrie aktiv.

Unterdessen feuern auch die üblichen Verdächtigen aus den eigenen Reihen weiter aus allen Rohren.

Obwohl ihm bekannt ist, dass auch Lothar Bisky zusätzlich zu den Fraktionszulagen ein Parteigehalt erhielt und es nie dazu ein kritisches Wort gab verlängert A. Brie er die öffentliche Kampagne gegen Klaus Ernst.

Wie in einem schlechten Heimatfilm…

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Klaus Ernst: Schäme mich nicht für Gebrauchtwagen

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Medien und einzelne Akteure in der LINKEN haben (gewollt oder ungewollt) das schönste Ablenkungsmanöver vom Sparpaket der Bundesregierung erfunden seit es Sommerlöcher gibt…

Das Einkommen von Klaus Ernst.

Es ist hoch aber nicht höher als das früherer Vorsitzender der LINKEN. Mehr dazu unter

http://www.derwesten.de/nachrichten/Linken-Chef-schaemt-sich-nicht-fuer-alten-Porsche-id3406973.html

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Klaus Ernst – eine Treibjagd?!

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Der Stern zur Debatte um den Parteivorsitzenden der LINKEN Klaus Ernst

Auffällig daran ist, dass diese Debatte erst jetzt und mit Bezug auf Klaus Ernst statfindet, obwohl die Vorstandsvergütung auch schon für Klaus Ernst Vorgänger Lothar Bisky galt…

Und auch Machtkämpfe deutet die FAZ an. Sie zitiert D. Bartsch…

“Als Schatzmeister der PDS habe ich 1991 mit durchgesetzt, dass diejenigen, die ein Mandat erringen, parallel keine Bezahlung von der Partei erhalten.”

berichtet jedoch

(…) dass nach 2005 der Grundsatz aufgegeben wurde, nur Funktionäre ohne Mandat von der Partei zu bezahlen. Funktionszulagen der Fraktion seien seither an Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, deren Stellvertreter, die Parlamentarischen Geschäftsführer sowie Arbeitskreisleiter und Ausschussvorsitzende gezahlt worden. Um den Parteivorsitzenden Lothar Bisky mit Gysi und Lafontaine ungefähr gleichzustellen, zahlte die Partei ihm von 2005 an ein Salär, nicht aber Lafontaine. Dieser bezieht wegen seiner langen Dienstzeiten als Oberbürgermeister, Ministerpräsident, Bundestagsabgeordneter und Bundesminister ohnehin eine hohe Pension. Aus Gründen der Gleichbehandlung erhielt auch Bartsch, der Geschäftsführer und Abgeordneter war, von 2005 an Geld von der Partei, allerdings nicht in voller Höhe. In den Monaten, als er Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender war, habe er “selbstverständlich”, wie er schreibt, auf die Fraktionszulage verzichtet.

Na, dann…

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