Arbeitsplatzkiller Einkaufszentrum?

Natürlich hat die Wurfsendung von K+K, die heute in den Sassenberger Briefkästen steckt, auch etwas mit handfesten wirtschaftlichen Interessen zu tun. Aber man sollte es nicht als Stimmungsmache abtun, wenn sich der Betreiber dreier Lebensmittelmärkte in Sassenberg und Füchtorf auf diese Weise an die Öffentlichkeit wendet.

Zwei von drei Märkten müsse man schließen, wenn das EKZ auf dem Scheffer-Gelände komme, einen davon in Füchtorf. Außerdem stünden Ausbau und Renovierung des Marktes am Klingenhagen auf der Kippe. Für Füchtorf wäre es nicht gerade prickelnd, den K+K-Markt zu verlieren. Mit bislang sechs Lebensmittelmärkten (2 x K+K, Lidl, Aldi, Netto, Penny) ist die Versorgung in Sassenberg gut gewährleistet. Daneben gibt es ja noch mehrere Fleischer namens Fischer und zwei gut aufgestellte Bäckereien. Wenn in dieses Gefüge ein Lebensmittelmarkt der geplanten Dimension auf dem Scheffer-Gelände einbricht, dann geht das nicht ohne Verluste ab. Ich fürchte, dass dann auf längere Sicht nicht nur K+K das Feld räumt. Mit dem Plan fürs EKZ holt sich Sassenberg das ‘EKZ auf grüner Wiese’-Problem direkt in den Ortskern.

Unbestritten ist, dass es Verbesserungsmöglichkeiten und Lücken in der Versorgung gibt. Aber Apotheken haben wir genug, Lebensmittelmärkte auch. Gut wäre eine seriöse Konkurrenz zu Schlecker, die ja auch hier einen ihrer XL-Märkte mit Lohndumping aufgemacht haben. Und ich persönlich hätte nichts gegen ein weiteres Schuhgeschäft. Am liebsten den Schuhpark, weil das im Gegensatz z.B. zu Deichmann das der einzige ist, wo auch für meine Schuhgröße 48 Auswahl besteht. Außerdem ist das ein regionaler Unternehmer, was für die Wirtschaftsstruktur im Kreis auch nicht unerheblich ist.

Sollte der Stadtrat gegen den Widerstand der Bevölkerung (Heimatverein, Unterschriftensammlung …) das Projekt durchziehen, dann drohen Geschäftsaufgaben und Arbeitsplatzverluste. Das Ampelmonstrum im Ortskern und die Verkehrsproblemen kommen noch hinzu. Das kann nicht im Sinne einer lebendigen Stadt sein. Deshalb sollten alle, die es bislang noch nicht gemacht haben, die Unterschriftenliste gegen das EKZ zeichnen. Sie finden sie in vielen Geschäften und jeden Donnerstag auf dem Wochenmarkt.

Knud Vöcking

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